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Kurt Ceipek (ORF2 Sa, 25.04.2015, 21:10)
Romy 2015 - Der Österreichische Film- und Fernsehpreis

Rund zwei Stunden flimmerte die 26. Romy-Gala von den Bildschirmen, aber spätestens nach einer halben Stunde war die Luft draußen. Wenn die TV-Kameras auf der Suche nach strahlenden Preisträgern durch den Festsaal in der Wiener Hofburg schwenkten fielen unzählige gelangweilte Gesichter bei der erlesenen Besucherschar auf. Und bei vielen von denen, die gute Laune signalisieren wollten, wirkte das Lächeln krampfhaft.

Die Mehrheit der Versuche, originell zu moderieren und spritzig-witzige Laudationes für die unzähligen Romy-Gewinner zu formulieren, gingen schlicht und einfach daneben. Die meisten Scherze waren nicht witzig, sondern eher peinlich.

Nur wenige konnten beispielsweise über Moderatorin Barbara Schöneberger schmunzeln, die mit einer überdimensionalen Wurst als Kopfbedeckung den „TV-Moment des Jahres“ zelebrierte – den Sieg von Conchita Wurst beim Song-Contest. Dagegen war der Scherz des bemüht-witzigen Co-Moderators Michael Ostrowski zutreffend, der meinte, die Veranstaltung sei gelungen, weil so wenige Gäste den Saal verlassen hätten. Viele TV-Zuseher dürften zu diesem Zeitpunkt allerdings schon das Gerät abgeschaltet oder den Sender gewechselt haben.

Wenig witzig war auch der Scherz von Romy-Gewinner Didi Hallervorden, der meinte, er führe den Preis jetzt gerne „heim ins Reich“. Diesen dummen Sager, mit dem Hallervorden sicher nicht provozieren sondern besonders humorvoll sein wollte, entschärfte Ostrowski – diesmal tatsächlich schlagfertig und witzig – er habe „Reich ins Heim“ verstanden.

Geradezu angewidert wirkte – in gestochen scharfer Großaufnahme – der Blick von André Heller, knapp bevor er seinen Preis für sein Lebenswerk in Empfang nahm. Möglicherweise war das auch der misslungene Versuch, dem würdigen Augenblick entsprechend, sehr ergriffen zu schauen. Aber wahrscheinlich ist es gar nicht so angenehm, für sein Lebenswerk geehrt zu werden, denn unausgesprochen steckt darin die Botschaft, dass man schon ziemlich alt ist und jetzt endlich Ruhe geben sollte.

Di, 28.04.2015, 18:54 | gerard

Hallervoorden hat sich eklatant österreichfeindlich geriert, nur weil sich die Ösis damals erkühnt haben, Schwarzblau statt dem von ihm so geliebten Rot zu wählen. Ganz ohne ihn zu fragen!
Mo, 27.04.2015, 20:37 | Ingrid B.

Es war offenbar eine bewusste Aussage und kein Anfall v. Demenz:
antworten
Mo, 27.04.2015, 20:38 | Ingrid B.

Mo, 27.04.2015, 10:03 | Darth Maul

Das heutige "Heute"-Blattl gibt Rätsel auf - keine Erwähnung der Wurst im Romy-Bericht UND ein Strache-freundlicher Artikel (über eine "Hunderettung").......ich bin erstaunt und grüble immer n
So, 26.04.2015, 18:09 | Vierkanter

Eine treffende Schilderung dieser lähmenden Veranstaltung. Hallervorden ist in der Realität ziemlich ähnlich der Figur, die er in seinem letzten Film spielt.



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