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Werner Grotte (ORF2 So, 07.06.2015, 01:30)
Kulturmontag

Manchmal wähnt man sich beim Konsum gewisser ORF-Formate auf einem deutschen Sender – etwa wenn, so wie heute in den 11.00 Uhr-Nachrichten von Radio Wien, von einem Zeugen die Rede ist, der angesichts der Polizeibeamten, die ihn dem Gericht vorführen sollten, ausgerastet sei. Noch vor wenigen Jahren hätte das in Österreich kaum jemand verstanden – steht hierzulande das Wort ausrasten doch für ausruhen. Das Gleiche gilt für den abendlichen „Kulturmontag“ auf ORF 2, wo in einem Umweltbeitrag vom Verzicht auf Plastiktütchen die Rede war. Tütchen? Im heimischen Deutsch heißt das todsicher Plastiksackl oder maximal –sackerl.

Das beliebte Bonmot „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ scheinen ZiB-Redakteure zu pflegen: In der heutigen ZiB 20 hörten wir den schönen Satz trotz herbem Wahlverlust sei Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl guter Dinge. Verständlich, dass es einem g’standenen ORFler bei einer derartigen Wahlniederlage der Roten schlicht die Sprach‘ verschlagt. Ein ähnliches Phänomen erlebten wir in der grauslich verregneten Vor-Woche, wo eine Radio Niederösterreich-Sprecherin meldete, dass wegen dem Schlechtwetter einige Straßenzüge vermurt worden seien.

Fr, 26.06.2015, 09:21 | Rabe

"Trotz allEM", "DEM schlechten Wetter zum Trotz", "Trotz alleDEM", ...
Merken Sie was? Man trotzt DEM Umstand. Trotz+Dativ ist daher nicht nur (trotz Genitivmode) erlaubt, sondern auch logisch.
Mi, 03.06.2015, 10:40 | Henk

Für wahr, ich schon! Auch wenn er es nicht glauben wolle...
Di, 02.06.2015, 16:35 | Herbert Manninger

Bezüglich Dativ/Genitiv: Anzumerken wäre aber, dass heute niemand mehr sagt:
,,Wegen deiner...", sondern:,,Wegen dir..".........
Sa, 06.06.2015, 19:28 | Ingrid B.

Ich meine, es ist nicht ausschlaggebend, was "man" sagt oder nicht.
Der ORF hat einen Bildungsauftrag und daher wäre die Sprache so anzuwenden, wie es sich gehört und nicht wie üblich! Vorbildwi



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