Die Angst vor einem Erfolg der bürgerlichen und unabhängigen Kandidatin Irmgard Griss bei der heurigen Bundespräsidentenwahl dürfte bei den Redakteuren der ORF-Internetseite am Küniglberg unfassbar groß sein. Wie anders ist es zu erklären, daß in jedem Artikel über die Wahl und die Bekanntgabe neuer Kandidaten zumindest eine, wenn nicht mehrere Spitzen gegen Griss abgefeuert werden.
Deutlich wird das unter anderem in diesem Artikel (http://orf.at/stories/2317811/2317812/), in dem die Kandidatur des grünen Professors van der Bellen bekannt gegeben wird. Während man über van der Bellen ausnahmslos Positives liest und seine Kandidatur als offiziell unabhängig bezeichnet wird, obwohl doch jeder weiß, daß er ein grüner Parteikandidat ist, wird Griss echte unabhängige Kandidatur nur unter Anführungszeichen als solche bezeichnet, obwohl sie im Gegensatz zu van der Bellen bislang von keiner Partei unterstützt wird.
Auch ein Hinweis auf die in den Augen der ORFler schiefe Optik durch die (in den Augen vieler sehr vernünftige und notwendige) Vernichtung der Gesprächsprotokolle der Hypo-Kommission darf natürlich nicht fehlen.
Es ist dem ORF natürlich unbenommen, auf solche Dinge hinzuweisen – eine vernünftige Auseinandersetzung mit den Für und Wider ist wahrscheinlich sowieso schon zuviel verlangt – aber nur bei einer Kandidatin auf Schwachstellen hinzuweisen und bei allen anderen nicht, das spricht schon Bände.