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Schlechtere Physiknoten für Mädchen
Link: http://science.orf.at/stories/1766161/

Die Wissenschaftsredaktion des ORF versucht zu erklären, warum es so schwierig ist, Mädchen für Physik zu begeistern. Der Grund: Diskriminierung. „Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Schülerin und beantworten in einer Physikprüfung eine Frage genau gleich wie ein männlicher Schulkollege, erhalten dafür aber eine deutlich schlechtere Note.“

Mädchen bekommen also schlechtere Noten in Physik als Burschen. Der ORF bezieht sich in seinem Artikel auf eine Studie der ETH Zürich. An dieser Studie waren 780 Physiklehrerinnen und Physiklehrer aus der Schweiz, Deutschland und Österreich beteiligt.

„Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Benotung in vielen Fällen zuungunsten der Schülerinnen ausgefallen war, allerdings nur bei Lehrpersonen, die erst weniger als zehn Jahre unterrichtet haben.“

In „vielen“ Fällen! Viel ist  eine äußerst aussagekräftige und exakte Angabe. Im ganzen ORF-Beitrag wird keine einzige Zahl (bis auf die 780 Teilnehmer) genannt.  Auch nicht, was „deutlich“ schlechtere Note konkret bedeutet. Man bleibt äußerst vage und lässt den Leser im Ungewissen.

Zudem benoten nur unerfahrene Lehrern unterschiedlich. Aber selbst das stimmt nur teilweise: „Interessanterweise gibt es auch bei den unerfahrenen Lehrern eine Ausnahme: die männlichen Junglehrer aus Deutschland - bei ihnen hatte das Geschlecht keinen Einfluss auf die Bewertung.“

Eine ziemlich große Ausnahme. Unterschiedliche Noten gaben also nur unerfahrene Lehrer und Lehrerinnen aus der Schweiz und Österreich, sowie Junglehrerinnen aus Deutschland. Sprich der Großteil der Lehrer benotet gerecht (zumal ja Deutschland noch dazu „viel“ größer ist als die Schweiz und Österreich zusammen).

Alles in allem ein ziemlich seltsamer Versuch ein Studienergebnis so hinzubiegen, damit es dem eigenen Weltbild entspricht und die eigenen Vorurteile bestätigt. Vielleicht hat es doch ganz andere Gründe, warum sich Mädchen weniger für Naturwissenschaften als Burschen interessieren. Aber so genau will man das gar nicht wissen. Schließlich ist Benachteiligung die einzig erlaubte Begründung der politisch-korrekten Geschlechterlehre.

Fr, 15.01.2016, 21:01 | Herwig Mankovsky

Der Zweck heiligt die Lüge - viele ORF-Redakteure sehen da bald einer Heiligsprechung entgegen.
Fr, 15.01.2016, 14:34 | Eahlstan

Meiner Meinung nach war schon das Studiendesign ungeeignet überhaupt so eine Schlussfolgerung zuzulassen.
"The only thing that the ETH scientist varied in the experiment was a short,
Fr, 15.01.2016, 14:35 | Eahlstan

introductory written statement: half of the trial participants were led to believe that they had to grade an answer from a “male student”, the other half “a female student”.
Es wurde dem gleichen
Fr, 15.01.2016, 14:37 | Eahlstan

Lehrer also entweder nur eine rein 'weibliche' oder eine rein 'männliche' Aufgabe vorgelegt. Dadurch lässt sich wohl kaum sagen, ob dieser Lehrer Schüler und Schülerinnen unterschiedlich benotet.
Fr, 15.01.2016, 11:40 | Unterstadtphysikus

Die Wissenschaftsredaktion des ORF lügt in vielen Fällen nicht. Und wenn, dann kann das durch bolütische Korektnes entschuldigt werden. Glauben die halt.



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