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Karl Nikitsch (Online Mo, 15.02.2016, 13:15)
Der Zweck heiligt das Bild
Link: http://orf.at/stories/2324529/

Es ist eine überaus geschickte Bildauswahl. Unter der Schlagzeile: „Slowenien begrenzt Zahl der Flüchtlinge“ zeigt uns der ORF zwei Frauen, eine mit Kopftuch, eine mit Wollhaube, die mit tief gesenktem Kopf demütig, traurig, verloren zu Boden blicken. Wie auch immer der Kameramann das geschafft hat, die Botschaft ist gelungen. Im zweiten Bild – drei junge Frauen, zwei Kleinkinder, ein Schulkind. Keine jungen Männer, schon gar nicht solche mit fordernden, gierigen Blicken. 

Ja, die bösen Slowenen und natürlich die noch böseren Österreicher grenzen demütige Frauen und kleine Kinder aus. Gelungene Visualisierung, doch etwas plump.

Gleiche Zeit und gleicher Titel auf GMX: „Slowenien schließt Grenze“: Ein Bild mit ca. 40 jungen Männern.

Das Credo des ORF ist glasklar und lautet:

  1. Welches Bild muss ich zeigen/weglassen, damit die Leute so fühlen, wie ich es will.
  2. Welche Nachrichten bringe ich/lasse ich weg, damit die Leute so denken, wie ich will.
  3. Mit welchen Konnotationen arbeite ich, damit ich die Herde dorthin lenke, wo ich sie haben will.