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hans kreimel (ORF2 Mi, 24.02.2016, 23:05)
WELTjournal +

"Tückisches Gift - machen Unkrautvernichter krank?": Ein gutes Beispiel, wie man mit Befürchtungen, Vermutungen, Verdrehungen und Emotionen Gehirnwäsche betreiben kann, lieferte der ORF mit dieser Reportage. Die inhalte sind nicht neu, jedoch Hunderte male wiedergekaut, weshalb sie aber nicht wahrer werden.

Eine auf Spendenmaximierung getrimmte NGO-Szene hat entdeckt, dass sich das Thema Glyphosat super verkaufen lässt. Der Bezug zu Monsanto ist nicht logisch, da diese Substanz heute von jeder chemischen Fabrik hergestellt werden darf. Aber nebenbei Monsanto ans Bein zu pinkeln, verkauft sich bei der Spendenzielgruppe immer gut.

Wenn Glyphosat möglicherweise krebsverdächtig ist, dann teilt der Wirkstoff das Schicksal mit jeder zweiten chemischen Substanz, die krebsserregend oder krebsverdächtig ist. Krebserregend ist die Substanz im Versuch nicht. Das sagt aber niemand dazu.

Auffällig ist, dass sich Placebostudien ums Thema Glyphosat häufen. Jüngstes Beispiel das Thema Glyphosat im Bier: Es wird veröffentlicht und rauscht den Blätterwald rauf und runter. Allerdings muss es nach zwei Tagen zurück gezogen werden, weil es wissenschaftlich nicht haltbar ist. Rauscht das auch den Blätterwald rauf und runter? Nein, interessiert niemanden mehr.

Dass Glyphosat häufig nachweisbar wird, darf niemand wundern, weil die Analysemethoden alle 10 bis 20 Jahre um das 1000-fache genauer werden. In zehn Jahren wird man Glyphosat in so geringen Dosen nachweisen können, dass man eine Million Liter Bier am Tag trinken müsste, um einen Schaden zu erleiden.

Der Zusammenhang von Ferkelmissbildungen und Glyphosat im Futter muss wissenschaftlich abgesichert werden, weil es mehrere Faktoren gibt, die zu solchen Missbildungen führen können.Ddie häufigste Ursache ist genetisch bedingt. Wenn petersen zur gleichen Zeit einen Eber einsetzt, der hohe Missbildungsraten vererbt, und hohe Glyphosatgehalte im Futter hat, dann ist das absolut nicht mehr aussagekräftig.

Auch der Zusammenhang zwischen Glyphosat und mysteriösem Rindersterben ist  logisch nicht nachvollziehbar. Probleme mit clostridium botulinum sind in der Regel auf schlechte Futterhygiene zurückzuführen, die manchmal vom Rinderhalter auch schwer beeinflusst werden kann. Wenn im Futter häufig tote Mäuse und andere Kleintiere vorzufinden sind, kann das zu diesen Symptomen führen und einen ganzen Bestand ausrotten. Das allerdings mit der Nachweisbarkeit von Glyphosat zu verbinden, ist abenteuerlich.

Alles Leben werde tot gespritzt, heißt es im Beitrag. Glyphosat war aber nie ein Totalherbizid. Dass es beispielsweise bei bestimmten Unkräutern gar nicht wirkt, können sie auch im Beipacktext nachlesen.

Das in Deutschland höhere Werte nachweisbar sind, normalerweise unter den Grenzwerten, liegt im wesentlichen daran, dass in Deutschland die Sikkation (Vorerntebehandlung) noch erlaubt ist, während diese in Österreich verboten ist.

Fr, 26.02.2016, 23:46 | carambolage

Danke Hr. Kreimel, dass Sie eine dieser permanenten Manipulationen so informativ aufgezeigt haben. Die angeblich kontaminierte Muttermilch hat sich auch als falsch herausgestellt.



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