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Werner Reichel (ORF2 Mi, 13.04.2016, 19:00)
Bundesland heute

Wenn es wirklich wichtig ist, interviewt der Chefredakteur des Landestudios Wien, Paul Tesarek, höchst selbst. Dass er kein Freund der feinen Klinge, sondern des ideologischen Holzhammers ist, stört offenbar weder den ORF noch die SPÖ. Bereits bei der Elefantenrunde vor der Wien-Wahl im vergangenen Jahr hat er mit seiner schweren SPÖ-Schlagseite und seiner ungelenken Art einen Shitsorm über die ideologischen Grenzen hinweg ausgelöst. Selbst der "Standard" fragte sich nach dem seltsamen Auftritt damals: „Warum der ORF bei einer solchen österreichweit im Hauptabendprogramm ausgestrahlten TV-Debatte zur mit Spannung erwarteten Wahl nicht erfahrene Talk-Moderatoren und Politik-Journalisten wie Ingrid Thurnher, Armin Wolf oder Hans Bürger einsetzt?“.

Die genannten Personen sind zwar auch allesamt alles andere als objektiv, sie können ihre parteipolitischen Vorlieben aber dank Routine und Professionalität besser tarnen. Bei Tesarek bemerkt hingegen selbst der politisch unbedarfte Zuseher instinktiv, dass hier ein sozialistischer Herold vor der Kamera sitzt. Wer das für übertrieben hält, der sollte sich das Interview ansehen, das er jetzt mit dem blauen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer geführt hat. 

Dass er Hofer und die FPÖ nicht sonderlich mag ist unübersehbar, seine Aversion fast schon physisch greifbar. Seine originelle Einstiegsfrage: „Herr Hofer!! Sind sie bewaffnet heute?“ Auf Hofers Verneinung: „Zeigen sie’s uns?“  Ein „Gag“, wie aus der SPÖ-Wahlkampfzentrale.

Dann spricht Tesarek von Hofers „Waffenschein“. Beim ORF steht das Waffenthema zwar derzeit hoch im Kurs, das heißt aber nicht, dass man von der Rechtslage und den Begrifflichkeiten eine Ahnung hat. Es gibt in Österreich nämlich keinen Waffenschein, sondern nur Waffenbesitzkarte und Waffenpass. Daran ist auch schon Frau Pawlicki in der Pressestunde gescheitert. So schwer ist das wirklich nicht. 

Nächste Frage: „Sind Sie ein ängstlicher Mensch?“ Herr Tesarek versucht damit das abgeschmackte linke Klischee von den „ängstlichen Rechten“ zu bedienen. Ein weiterer Tiefpunkt: „Skepsis gegen (Flüchtlings-)Großquartiere teilen die meisten Menschen, aber was hilft eine Demo?“  Eine blaue Demonstration in der lebenswertesten alle Städte, im rot-grünen Sozialparadies? Ja, dürfen's denn des? In diesem Stil geht es munter weiter. Ein Interview, so charmant und unterhaltsam wie ein Polizeiverhör. Würde Tesarek seinem Interviewpartner dazu auch noch mit einer Schreibtischlampe ins Gesicht leuchten, das Setting wäre perfekt.

Sa, 16.04.2016, 11:23 | Schluß mit diesem Lügen-TV!

Ich habe mein ganzes langes Leben hindurch alle erreichbaren politischen Diskussionen angesehen. Erst seit dieser Bundespräsidentenwahl ist Schluß. Ich lasse mich nicht mehr manipulieren!
Sa, 16.04.2016, 11:52 | Turner Sepp

Mir ist noch gut in Erinnerung, wie kurz vor der letzten BP-Wahl, Fr. Rosenkranz von Fr. Thurnher/ORF eine kräftige Lüge umgehängt bekam. Das ist nichts Neues.
Sa, 16.04.2016, 10:59 | Turner Sepp

Angesichts zahlreicher Morddrohungen gegen FPÖ-Politiker, tätliche Angriffe gegen sie und Überfälle auf Info-Stände ist es nur selbstverständlich, dass sich diese Politiker bewaffnen.
Sa, 16.04.2016, 11:04 | Turner Sepp

Dies sollte bei einem Interview bei blöden "Waffenfragen" thematisiert werden. Als Tatbestand finden sonst solche Vorfälle keinen Weg in die Medien (Lügenpresse).
Sa, 16.04.2016, 00:55 | carambolage

Warum lassen sich alle NICHTLINKEN den OFR-Stil bei Interviews und Talkrunden gefallen? Ich kann das einfach nicht verstehen. Diese Politik-Journalisten kann man eh leicht durchschauen.
Fr, 15.04.2016, 17:31 | Kai P. Rinha

Die haben seit Vranitzky immer noch nicht kapiert dass je mehr sie auf die FPÖ hinhacken diese nur noch mehr Stimmen bekommt. Ich schau mir das garnimma an,die öde ORF-SPÖ Propaganda brauch ich nicht.
Fr, 15.04.2016, 16:11 | RB

Hab mir's jetzt angesehen, was für ein widerliches Interview und welch respektloser Ton - man merkt in jeder Aussage die (böse) Absicht. Ob man das als Interviewter nicht einmal durchbrechen sollte?!
Fr, 15.04.2016, 12:24 | Nietzsche

Typisch auch die Passantenbefragung - es wurden überwiegend negative Stimmen gesendet.
Fr, 15.04.2016, 09:36 | ProtShake

Diese einseitige Dummheit der Schlagseite ORFler ist für das Publikum auch sichtbar und greifbar. Das Spiel bringt auch der FPÖ zusätzliche Stimmen Ergebnis:ein Nullsummespiel nach der Manipulation.



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