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Hans Kreimel (oe1 Mi, 13.07.2016, 07:00)
Morgenjournal (I)

Cornelia Vospernik schießt im Morgenjournal im Interview mit Vizekanzler Mitterlehner wieder einmal den Vogel ab. Das Interview erinnert in weiten Teilen an linke Kampfrhetorik aus der untersten Schublade.

Die stakkatoartig wiederholte Frage, ob Mitterlehner „ausschließen“ könne, dass es zu einer Erhöhung der EU-Beiträge nach dem Brexit kommen werde, kann Mitterlehner mangels hellseherischer Kenntnisse natürlich nicht verbindlich beantworten. Vielleicht hätte Frau Vospernik diesbezüglich Gerda Rogers befragen sollen.

Die Frage, ob Mitterlehner „seine“ Landeshauptleute zu wenig im Griff habe, halte ich grundsätzlich für eine Frechheit. Es ist eine manipulative loose-loose-Frage. Egal was man anwortet, die Antwort kann immer negativ ausgelegt werden. Mitterlehner pariert aber ganz gut.

Zur Frage, ob sich die Regierung sinngemäss bei der Mindestsicherung einig sei oder streite, wird ein konkreter Mangel an Vorstellungsvermögen von Vospernik deutlich. Die ORF-Moderatorin kann sich einen Zustand, in dem zwei Menschen oder zwei Parteien einfach unterschiedlicher Meinung sind und darüber friedlich diskutieren, wie sie auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnten, offenbar nicht vorstellen.

Es gibt Situationen, in denen Politiker nicht zu beneiden sind. Das gilt vor allem für bürgerliche Politiker in ORF-Interviews.

Do, 14.07.2016, 10:03 | Andreas Lindner

Ganz grundsätzlich könnte C. Vospernik ja auch die Hintergründe der Mindessicherung thematisieren (zB. 4.000 Euro mit mehreren Kindern...) und deren Auswirkungen ('soziale Hängematte, Arbeitsmarkt...
Do, 14.07.2016, 10:06 | Andreas Lindner

verlorene Generation etc. etc.), DASS wäre für mich guter Hintergrund-Journalismus. Stattdessen wird nur auf die Entscheidungsprozesse fokussiert, Politikverdrossenheit beim Volk als Kollateralschaden
Do, 14.07.2016, 00:13 | sokrates9

carambolage@ Interviewte würden hauptsächlich Verstand und Schlagfertigkeit benötigen! daran mangelt es!°
Do, 14.07.2016, 00:11 | Karl Wimmer

Der Selbstherrlichkeit der ORF-Interviewer gehört endlich ein Riegel vorgeschoben. Da wird nicht guter Journalismus zelebriert, sondern nur Unverschämtheit. Was lassen sich Politiker noch gefallen?
Mi, 13.07.2016, 12:39 | Onditilo.ne@aon.at

In den Gängen des ORF riecht man förmlich die Angst.
Mi, 13.07.2016, 11:10 | Rumpelstilzchen

Dabei war Frau Vospernik früher einmal wirklich gut; ich schätzte sie. Was wird den ORF-Journalisten heute gelehrt, dass sie so schlechte Interviews führen (müssen)? Sie verpeinlichen sich ja selbst.
Mi, 13.07.2016, 10:47 | Hätte der Mitterlehner

ein Mindestmaß an Rückgrat,hätte er schon längst Neuwahlen ausrufen müssen.So aber wartet er den Suizid der ÖVP ab.
Mi, 13.07.2016, 10:32 | RB

Ganz richtig, skandalös wie so vieles, ich verstehe aber nicht, warum sich die Interviewpartner einen solchen Umgangston gefallen lassen. "So nicht", würde den meisten Zuschauern wohl eher imponieren.
Mi, 13.07.2016, 13:41 | Pianist

Sich zu wehren - bei Bedarf auch aufstehen und gehen - würde den potentiell bürgerlichen Wählern imponieren und Wählerstimmen bringen.
Mi, 13.07.2016, 13:52 | Karli Kraus

Dass es geht, das "wehren", zeigt Sebastian Kurz sehr gut. Seine Antworten auf Herrn Wolf in der ZIB2 sind ein Lehrbeispiel!
Mi, 13.07.2016, 22:10 | carambolage

Tja, da bräuchten die Interviewten eben etwas Mut und Rückgrat, das fehlt halt so Vielen.



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