ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Andreas Unterberger (ORF1 So, 02.10.2016, 16:00)
Fußball Bundesliga live 10. Runde: Guntamatic Ried - Rapid Wien

Ein verregneter Sonntagnachmittag gibt – gäbe Zeit, um sich ein heimisches Fußballspiel im Fernsehen anzuschauen. Es bleibt aber beim Konjunktiv. Aus mehreren Gründen.

Nun, für die jammervolle sportliche Qualität des österreichischen Fußballs und in diesem Fall insbesondere des einstigen Herzeigeklubs Rapid kann der ORF nichts (auch wenn der Gebührenfunk mit hartnäckiger Vorliebe Rapid-Spiele überträgt). Aber sehr wohl kann er etwas für die Qualität der Übertragung. Diese zeigt, dass nun auch schon die letzte Qualitätsabteilung des ORF von dessen allgemeiner Krise erfasst ist.

Die Übertragung war im Vergleich zu jenem Standard, denn man von internationalen Spielen gewöhnt ist, katastrophal. Man spart offenbar nicht nur an Kameras, sondern hat diese auch in einem viel zu flachen Winkel postiert. Am schlimmsten und die Zuschauer am meisten vertreibend aber war, dass fast ununterbrochen Rauchbomben die Sicht nahmen.

Dafür kann der ORF ja ebensowenig wie für die sportliche Qualität etwas, werden nun manche einwenden. Was aber nicht wahr ist. Denn der Sender könnte natürlich sagen: Wenn Spiele so übel gestört werden und schlecht sichtbar sind, übertragen wir sie nicht mehr – oder wir zahlen nichts für Nebelveranstaltungen. Schließlich ist es in anderen Ländern fast immer möglich, Fußballspiele abzuhalten, ohne dass irgendwelche Hooligans sie durch ihre Aktionen so stören können.

Aber wenn sich der ORF das gefallen lässt, dann unternehmen auch Klubs, Bundesliga und Fußballbund nichts. Und wenn die nichts unternehmen, dann macht auch die Exekutive das, was sie ja ohnedies am liebsten tut: tatenlos zusehen. Und wenn Übertragungen so ablaufen, dann wechseln die Fernseher rasch zu ausländischen Spielen. Wo noch dazu besserer Sport gezeigt wird.

Do, 06.10.2016, 17:32 | Segestes

"Man spart offenbar nicht nur an Kameras,..."
Gerne kann man sich die gesamte Übertragung von diesem überteuerten Proleten-Zirkus sparen.
Mi, 05.10.2016, 15:16 | George

Weiters ist es geradezu unerträglich, dass im ORF ausnahmslos aus Sicht der Wiener "Großklubs" kommentiert wird. Gewinnt Altach daheim gegen Rapid, hat nicht Altach gewonnen, sondern Rapid verloren.
Mo, 03.10.2016, 14:11 | Gibt es eigentlich irgendeine Qualifikation für die ORFler?

OT: Hört oder sieht man die Nachrichten über Orbans Volksbefragung, bekommt man schnell den Eindruck, viele ORF-Redakteure würden den Unterschied zwischen "ungültig" und "nicht bindend" nicht kennen!
Mo, 03.10.2016, 06:49 | Zusatz

Warum der ORF diese Spiel der Nachzūgler überträgt und nicht das Spitzenspieler ist eine zusätzliche Pointe (Flexibilität). Wenigstens ist man beim F1GP davon ausgegangen dass dem so wäre. Peinlich!



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