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Andreas Lindner (Online Mo, 03.10.2016, 09:21)
VGH-Richter Johannes Schnizer entschuldigt sich
Link: http://orf.at/

Die öffentlichen, tendenziösen Auftritte und Wortmeldungen des Verfassungsrichters Johannes Schnizer – vor allem aber das ausführliche Interview in der ZiB2 – waren praktisch die ganze Woche dominantes Thema, nicht zuletzt im ORF selbst.

Der Vorgang, dass ein einzelnes Mitglied sich in dieser Causa zu Wort meldet und dabei zugleich „Vermutungen“ äußert (für einen Richter an sich eher „ungewöhnlich“…), war bislang ein sehr seltenes Ereignis, das mediale Echo daher sicherlich verständlich.

Der ORF hat schließlich auch ausführlichst, mehrfach und soszusagen auf „allen Kanälen“ gebetsmühlenartig die Vorwürfe („Vermutungen“) Schnizers gegenüber der FPÖ wiederholt.

Während sich dann ab Mitte der Woche die kritsichen Stimmen in der Öffentlichkeit und in den Medien mehrten (die „Presse“ titelte zum Beispiel, dass Richterkollegen den Rücktritt des Verfassungsrichters fordern würden), war davon (natürlich) im ORF weder etwas zu lesen, geschweige denn zu hören.

Und wenn man zuletzt, wieder in der „Presse“, lesen konnte, dass sich nunmehr Johannes Schnizer beim VGH-Präsidenten und seinen Kollegen öffentlich für sein Verhalten entschuldigt hat (!) – ein sicher beispielloser Vorgang – dann ist das – richtig geraten – ORF.at bisher nicht einmal eine Nano-Meldung wert, in der ZiB2 wurde die Meldung gestern Abend einige Sekunden lang in den „Kurzmeldungen“ erwähnt.

Um das zu verstehen, sollte man wissen, dass Johannes Schnizer ehemaliger SPÖ-Mitarbeiter, Büroleiter von Kanzler Alfred Gusenbauer und SPÖ-Parteimitglied ist.