ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Kurt Ceipek (oe1 Sa, 17.12.2016, 07:00)
Morgenjournal (I)

Wäre ich ParteichefIn einer Partei, die gerade auf einen Wahlerfolg verweisen kann, den sie/er zwar nicht selbst erreicht, aber doch erhofft hat, würde ich mir in einem Hörfunkinterview eine Frage wünschen, die etwa so lauten könnte: „Herr Ceipek, Sie haben gerade einen Wahlerfolg errungen. Nützt das ihrer Partei?“

Eine solche Frage ist etwa so, wie wenn man zum Start eines Fußballspiels zwei oder drei Elfmeterstrafstöße zugesprochen bekommt. Man kann das Match dann gar nicht mehr verlieren.

Das Leben ist kein Wunschkonzert, schon gar nicht im Leben eines Politikers, der es immer wieder mit kritischen, scharfen und hartnäckigen Journalisten zu tun bekommt. Da kommen ganz andere Fragen.

Oder manchmal doch nicht?

Im samstägigen Morgenjournal fragte der kritische ORF-Interviewer Peter Daser die GrünInnen-Chefin Eva Glawischnig zum Einstieg wörtlich folgendes: „Frau Glawischnig, der neue Bundesgeschäftsführer der Grünen hat gesagt, die Wahl Van der Bellens war ein großer Erfolg für Ihre Partei. Nützt das den Grünen?“

Frau Glawischnig, stets gehätschelter Liebling der ORF-Interviewer, durfte dann ausführlich von einer „Riesenchance“ und den braven Partei-Mitläufern plaudern, die in den letzten Monaten für den Sieg von Van der Bellen fleißig gelaufen seien und dass das alles sehr motivierend sei. Und sie durfte unwidersprochen den Satz anfügen: „Das ist sicher die beste Kampagne gewesen, die Österreich je gesehen hat.“

Dass mehr als die Hälfte der VdB-Wähler den angeblich unabhängigen Grünen mit größtem Bauchweh und ohne jegliche Sympathie für die von vielen als linkspopulistisch empfundene grüne Partei gewählt haben, dürfte die Frau noch nicht erkannt haben.

Die bessere Einstiegsfrage für dieses Interview wäre vermutlich gewesen: „Frau Glawischnig, in ihrer Partei tobt gerade ein erbitterter Machtkampf zwischen der Pilz-Fraktion und Ihnen. Stehen die Grünen vor einer Spaltung?“

ORF-Daser fragte anders. Die frechste Frage war noch: „Sehen Sie in Ihrer Partei Diskussionen um Ihre Person?“ Die No-na-Antwort darauf: „Nein, überhaupt nicht.“

Dann kam noch ein geschenkter Elfmeter-Strafstoß mit der Frage: „Werden Sie als Spitzenkandidatin in die nächste Nationalratswahl gehen?“ Die nicht sonderlich überraschende Antwort: „Ja, das habe ich vor. Ich bin sehr motiviert.“

Für alle, die sich jetzt fragen, was solch ein offensichtlich völlig grundloses und inhaltsarmes Interview in einem Morgenjournal verloren hat, hier die ORF-Watch-Antwort: Die GrünInnen haben den Nationalratswahlkampf eröffnet.

So, 18.12.2016, 21:30 | Nostromo

Das Wahrheitsministerium auf dem Küniglberg läuft sich warm. Da kommen noch andre Aktionen. Wetten dass!
So, 18.12.2016, 18:14 | Müllerin

„Die GrünInnen haben den Nationalratswahlkampf eröffnet.“ Und der ORF kämpft für sie an vorderster Front. Dafür hat man sich mindestens zehn Prozent Gebührenerhöhung verdient. Geht auf unsere Kosten.
So, 18.12.2016, 13:45 | Bitte all das für die nächste Nationalratswahl merken!

Danke für die Bestätigung, dass dieser kettenrauchende vergessliche stets zerstreut wirkende Linxkandidat mitnichten "unabhängig" war!
Das war die unverschämteste Lüge dieses widerlichen Wahlkampfes.
Mo, 19.12.2016, 17:50 | Wolfgang Kropf

Populistischer als die ständigen Lügen geht es wohl nicht, oder?
So, 18.12.2016, 13:29 | Lektor

Die Radiomacher von Ö1 sind absolut überzeugt davon, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Dass ihr Weltbild das einzig wahre ist steht dort außer Zweifel: Ideologiegeprägtes Gruppendenken
So, 18.12.2016, 11:39 | Ingrid B.

grüne Politik: aus eigenem nichts hinbringen, aber im Sog eines "Unabhängigen" reüssieren wollen. Der "Unabhängige" wurde von rot, schwarz, pink, grün und den Reichen getragen, um blau zu verhindern
So, 18.12.2016, 11:35 | Mephisto

Bitte, lasst die Gelawischnig weiterhin Parteichefin sein! Sie ist der beste Garant dafür, dass nach der Wahl von den Grünen nichts mehr übrig bleibt.
So, 18.12.2016, 11:47 | Mephisto

PS: Habe mir heute leider Kaffee Sonntag mit E.Rossmann und Adele Neuhauser auf Ö1 gegeben. Mir ist bei bei dem Gutmenschengeschwafel derart schlecht geworden, dass ich mich dreimal übergeben musste.
So, 18.12.2016, 08:59 | Buchgraber

Herr Ceipek, da müssen sie aufpassen dass sie nicht gleich ein Hass-Posting-Verfahren von der GrünInnen-ChefIn am Hals haben. Die mag Kritik nicht so gern.
So, 18.12.2016, 08:10 | Das Wiener Kanalnetz und Zentralkläranlage sind Vorbild und Wund

Es entsorgt pausenlos Unmengen an politischen und bedingten Fäkalien unserer Poliit- und Charakter-Eliten. Dank unpolitischer Arbeit der dort Tätigen. Danke!
So, 18.12.2016, 13:08 | Wirklich?

Da wäre ich nicht so sicher. So viel Scheiße hält das allerbeste System nicht aus!
So, 18.12.2016, 07:16 | Lulilarum

Nach der NR-Wahl werden die Grünen wieder wach, wenn der Fallschirm nicht aufgehen wird! Wer die letzte Schlammschlacht als Wahlerfolg für die Grünen sieht, hat es auch nicht anders verdient.
Sa, 17.12.2016, 23:57 | Nebelwerfer

...und ich hab im Halbschlaf noch geglaubt, das kann nur eine Belangsendung der Grünen sein.
So, 18.12.2016, 13:10 | Mankovsky

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