ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Kurt Ceipek (ORF1 Mi, 22.02.2017, 00:00)
ZIB 24 mit UEFA Champions League

Die Zahl der aufregenden Nachrichten am Dienstag den 21. Februar 2017 war enorm. Da war der Prozess um eine Horde irakischer Asylwerber, die zu Silvester gemeinsam über eine wehrlose junge Deutsche hergefallen sind, also eine Gruppenvergewaltigung der übelsten Sorte. Da gab es neue Erkenntnisse im Skandal um die Gemeindefirma „Wiener Wohnen“, für die der zuständige Stadtrat Ludwig natürlich keine Verantwortung übernehmen will. Da gab es einen Aufstand von jungen Muslimen in Schweden mit Plünderungen von Geschäften und brennenden Autos, der von Österreichs Medien fast nicht wahrgenommen wurde. Die Zahl der Arbeitslosen in Österreich liegt nur mehr knapp unter einer halben Million. Weiters: Die Zahl der handgreiflichen Attacken auf ÖBB-Zugbegleiter und Fahrausweiskontrollore soll strenger bestraft werden, weil sie im Jahr 2016 um etwa die Hälfte höher lag als im Jahr davor. Vor wenigen Jahren noch hatte es solche Angriffe in Österreich so gut wie nie gegeben.

Alles spannende und besorgniserregende Themen.

Und was stellte die ZIB 24:00 unangefochten in den Mittelpunkt der Sendung? Den Vorschlag von Kulturminister Drozda, man möge doch den Heldenplatz umbenennen, denn dieser Ort sei „zu aufgeladen mit seiner Vergangenheit“.

Dazu lud die ZIB-Redaktion Vertreter von SPÖ und Grünen zur Diskussion ein, doch dazu wollte sich keiner der Politiker der linken Reichshälfte bereit erklären. Lediglich Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel stellte sich der Diskussion mit einer Historikerin namens Heidemarie Uhl, die mit der undankbaren Aufgabe betraut worden war, den rot-grünen Standpunkt zu vertreten, den der SPÖ-nahe Historiker Oliver Rathkolb vorgegeben hatte. Frau Uhl erfüllte ihre Aufgabe wortreich und inhaltsarm.

Blümel sprach aus, was sich wohl die Mehrheit der Österreicher angesichts dieser Diskussion gedacht haben dürfte: Hat die Bundesregierung und hat Österreich keine anderen Sorgen?

Aber dermaßen unsinnige Diskussionen anzuzetteln hat für manche der Regierungsverantwortlichen eine wertvolle Funktion: Sie lenken von den echten Problemen ab und übertünchen „Kleinigkeiten“ wie Gruppenvergewaltigungen, Bestechungsskandale rund um Wiener Gemeindewohnungen auf Kosten der Steuerzahler oder Rechnungshofberichte über die freigiebige Auszahlung von Mindestsicherungen in Millionenhöhe, die zum sofortigen Rücktritt verantwortlicher Politiker führen müssten.

Der ORF tappt bereitwillig in diese Falle und macht den Namen des Heldenplatzes zum zentralen Thema dieses Landes. „Wäre es nicht angebracht, den Heldenplatz in ,Platz der Demokratie’ umzubenennen, insistierte Moderatorin Lisa Gadenstätter bei Blümel. Der schlug darauf vor, den Platz dadurch zu demokratisieren, dass er für Demonstrationen freigegeben wird, um eifrige Demonstranten vom Ring und wichtigen Einkaufsstraßen fernzuhalten, wo Demonstrationen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Aber in Wahrheit ist es sogar eingefleischten Linken ziemlich gleichgültig, ob der Heldenplatz weiter Heldenplatz heißen soll. Es geht darum, unangenehme Themen aus den Nachrichtensendungen und damit aus dem Bewusstsein der Bevölkerung zu drängen.

Das Thema ließe sich noch weiter ausbauen. Man könnte den Heldenplatz – wer braucht in einer Demokratie schon Helden – in „Platz der grünen Sozialdemokratie“ umbenennen. Zugleich wäre es dann sinnvoll, die Hofburg mit dem neuen Namen „Karl-Marx-Hof“ zu adeln. Dazu müsste man aber einen neuen Namen für den schon bestehenden Karl-Marx-Hof suchen. Auch das könnte man lange zum Thema machen.

Es gibt also noch unzählige Möglichkeiten, über völlig unsinnige Nebensächlichkeiten zu diskutieren, und die echten Probleme weiter unter den Teppich zu kehren.

Fr, 24.02.2017, 18:03 | Obi

Platz der Opfer der linken Einwanderungspolitik
Do, 23.02.2017, 20:56 | wuifarh

Die ideologisch motivierte Umbennenung von Straßen Plätzen war bisher nur für Diktaturen typisch; im früheren Ostblock zB wimmelte es ja nur so von umbenannten Datums-Staßen und Revolutionsplätzen.
Mi, 22.02.2017, 14:28 | de Voltaire

"Platz der grünen Sozialdemokratie" ist falsch. "Platz des Sozialismus", damit hat er ja dann wirklich eine lange Tradition. Es haben schließlich schon nationale und internationale Sozialisten dort ih
Mi, 22.02.2017, 14:30 | de Voltaire

... ihre Reden geschwungen.

(Beiträge ohne Hinweis abzuschneiden ...)
Mi, 22.02.2017, 16:13 | Rossnatur

„Roter Platz“ wäre auch gut. „Platz des himmlischen Friedens“ würde weniger gut passen.
Mi, 22.02.2017, 13:44 | Mephisto

Wäre es nicht angebracht, den Heldenplatz in ,Platz der Demokratie’ umzubenennen? - Nein Fr. Genossin Gnadenstätter, es wäre viel mehr angebracht über die brennenden Themen zu berichten!
Mi, 22.02.2017, 13:13 | Lueger war ein großer Bürgermeister, und was machen wir?

Weitere politisch aktuelle Umbenennungs-Vorschläge für linke Vandalen: "Lügenstraße", "Vertuschungsallee", "Verleumdungsplatz", "Desinformationsmeile" - damit könnten sie sich selbst verewigen.
Mi, 22.02.2017, 13:19 | Tschugunow

Nachdem der Wiener Rathausplatz durch Lueger historisch belastet ist könnte man ihn ja zu Ehren der vielen roten Bürgermeister bis zu Häupl in „Korruptionsplatz“ umbenennen.
Mi, 22.02.2017, 12:56 | boris golan

S.g.Hr.Ceipek,,Einfach nur genial formuliert,eigentlich wie immer,Danke für Ihre einträge.
Mi, 22.02.2017, 12:39 | boris golan

Heute früh 6:50 Buslinie 66A,jede zweite Heute oder Österreich vor sich lesend,kein wunder das die GEHIRNWÄSCHE funktioniert.
Mi, 22.02.2017, 11:00 | vesparaser

In der Abenddämmerung der Kultur werfen auch Zwerge große Schatten. (Zitat Karl Kraus). Auf der Brücke des Staatsdampfer stehen lauter durchfeminisierte, vergenderte, intellektuelle Leichtmatrosen.
Mi, 22.02.2017, 10:25 | Darth Maul

Ad Schweden: HERRLICH zu zusehen, wie die REALITÄT erbarmungslos zuschlägt und das linke Lügengebäude immer mehr zusammenstürtzt, genau so habe ich es mir immer vorgestellt das es kommen wird
Mi, 22.02.2017, 10:26 | Darth Maul

...und JA, die Realität wird weiter und noch viel MASSIVER zuschlagen......WAS FÜR EIN FEST !!!!!
Mi, 22.02.2017, 12:43 | boris golan

Stimmt,die Realität kann man nicht wegträumen,und die bruchlandung wird gewaltig,freue mich sehr.
Mi, 22.02.2017, 10:19 | Darth Maul

Keine Bange, die ECHTEN PROBLEME werden schon sehr bald SO MASSIV ANWACHSEN das sie nicht mehr ignoriert werden können....!!!
Mi, 22.02.2017, 09:14 | Mankovsky

Der ORF tappt in keine Falle, er IST die Falle für naive Gläubige an einen ,,unabhängigen objektiven Rundfunk".
Mi, 22.02.2017, 09:43 | Kurt B.

..das sehe ich auch so. Der ORF handelt vorsätzlich! Durch Reframing wird die Aufmerksamkeit auf Nebenschauplätze gelenkt. Der ORF ist Meister darin!
Mi, 22.02.2017, 09:14 | 1956

Sozialismus und IS haben u.a. dieses gemeinsam: Vernichtung von allem, was der eigenen Ideologie zuwiderläuft. "Platz der Feigheit vor dem Feind" wäre der angemessene neue Name für den Heldenplatz.
Mi, 22.02.2017, 08:24 | Freier Mensch

Ich würde ihn künftig " Platz der Verschwndung " nennen .Passt genau zu den linken Stadtregierungen der Nachkriegsgeschichte .In der Mitte ein Loch bis zur Erdmitte bohren ,symbolischer Münzeinwurf...
Mi, 22.02.2017, 08:26 | Freier Mensch

.. "Verschwendung " natürlich...
Mi, 22.02.2017, 07:56 | WABU

Hervorragend recherchiert Herr Prof. Ceipek!
Ihr Beitrag gehört unbedingt an die li linken Brüder der Regierung und deren Handlanger beim ORF weitergeleitet!!!!
Mi, 22.02.2017, 07:47 | Kurt B.

Ich bin dafür den Küniglberg in Berg der Wahrheit umzubennen. Das würde dem Selbstverständnis des ORF gerecht werden und wäre eine schöne Analogie zu der immer realer werdenten Dystopie "1984"...
Mi, 22.02.2017, 04:31 | volxhilfe

Frage an die österr. Bundesregierung: "Was gedenken Sie gegen die konkurrenzlos hohen Lohnnebenkosten zu unternehmen?" -
Antwort: "Wir benennen den Heldenplatz um!"
Mi, 22.02.2017, 07:49 | Wyatt

*************!
Mi, 22.02.2017, 08:54 | Chr. Hoffmann

Auch Sobotkas Flugreisen eignen sich vortrefflich, um von den wirklichen Themen abzulenken.
Mi, 22.02.2017, 03:07 | wienerhans

der orf und seine roten beischläfer haben doch nichts anderes im sinn, als nur keine relevanten themen aufkommen zu lassen, mit denen sie verlieren könnten. und die "kritik" fällt drauf rein ...



Ich will die Datenschutzerklärung lesen.

Kommentar senden