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Kurt Ceipek (oe1 Mo, 06.03.2017, 12:00)
Mittagsjournal

Folgende Diskussion könnte sich in der Redaktionssitzung vor dem Mittagsjournal im Hörfunksender Ö1 abgespielt haben. (Dieser Text ist frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Gesprächen wären reiner Zufall.)

„Was haben wir für das heutige Journal an wichtigen Themen?“

„Der Erdogan hat gesagt, die Deutschen sind lauter Nazis.“

„Sehr gut. Und was gibt’s aus dem Inland?“

„Die Kriminalitätsstatistik 2016 ist präsentiert worden. Da gibt es schon starke Zahlen. Ein Anstieg um vier Prozent. Sollen wir damit in die Sendung einsteigen?“

„Auf keinen Fall. Das könnten wir als ORF bei einem Rückgang der Kriminalität machen, aber doch niemals bei einem Anstieg. Außer die Gewaltkriminalität durch Ausländer ist zurückgegangen.“

„Leider nein. Die ist besonders stark gestiegen. Da waren es sogar 14 Prozent.“

„Mein Gott, diese Schutzsuchenden machen uns ORF-Journalisten das Leben wirklich schwer. Da werden uns wieder alle vorwerfen, dass wir schummeln, wenn wir den Leuten einreden, dass von den Asylanten und Asylwerbern eh keine besondere Gefahr ausgeht und dass die Unsicherheit der Leute bloße Einbildung ist.“

„Immerhin werden nur 40 Prozent der Gewaltdelikte von Ausländern begangen, aber gleich 60 Prozent von Inländern.“

„Ja eh, aber von den Inländern stammen wieder viele aus Afghanistan, Nordafrika, Tschetschenien, aus dem tiefsten Anatolien oder aus anderen Ländern, aus denen die Leute gerne zu uns oder nach Deutschland flüchten. Sie sind aber österreichische Staatsbürger.“

„Aber die scheinen Gott sei Dank in der Statistik nicht als Ausländer auf.“

„Und außerdem sind die Ausländer nur ungefähr zehn Prozent von der Gesamtbevölkerung.“

„Das muss man ja nicht erwähnen.“

„Genau. Gibt es auch gute Nachrichten in dieser Statistik?“

„Ja! Die Zahl der Einbrüche ist gesunken.“

„Na schau, die Einbrecher werden ja doch vernünftiger.“

„Das nicht, aber die Sicherheitstüren und -fenster und die Alarmanlagen werden immer besser.“

„Wie legen wir den Beitrag an, damit es nicht gar so schlimm beim Zuhörer ankommt?“

„Wir fangen mit der Cyberkriminalität an. Da gibt es den stärksten Zuwachs.“

„Genau! Und darüber regen sich die Leute am wenigsten auf.“

„Dann machen wir weiter mit der Wirtschaftskriminalität und in einem Nebensatz soll die Moderatorin sagen, dass es auch bei Gewaltdelikten einen Zuwachs gegeben hat.“

„Wenn wir die Kriminalitätsstatistik nicht als Spitzenmeldung bringen, können wir sie nicht gleich ganz am Ende der Sendung spielen?“

„Nein, das wäre zu auffällig. Das merken sogar die dümmsten von unseren Hörern. Wir bringen das ungefähr in der Mitte der Sendung. Da haben die meisten schon wieder abgedreht.“

„Aber in den Schlussnachrichten müssen wir das wohl noch einmal bringen.“

„Von mir aus. Aber dann als allerletzte Nachricht und die Cyberkriminalität extra betonen.“

„Ja, so machen wir es. Eigentlich ein Wahnsinn, wie umsichtig wir bei der Sendungsgestaltung sein müssen, nur damit wir unsere Zuhörer nicht beunruhigen.“

„Ja, manchmal ist es schon hart, so richtig politisch korrekt zu bleiben.“

Mo, 06.03.2017, 17:30 | MaHa

Wunderbar! Und sehr, sehr traurig!
Die einzige Hoffnung ist "Servus TV"!
Mo, 06.03.2017, 16:58 | Lulila12

Glaubhaft realitätsnah, seeehr amüsant, wenn es nicht so traurig wäre
Mo, 06.03.2017, 15:25 | Hans Kompatsch

Genau so wie hier beschrieben könnten solche Sitzungen ablaufen. Köstlich.
Mo, 06.03.2017, 15:20 | WABU

Ja Ja Statistiken sind geduldig, selbiges kann man vom Großteil der zur Zwangsgebühr verurteilten Linksfunkhöhrer nicht mehr behaupten. Will man zur Realität zurückzufinden ORF-watch.at hilft dabei.



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