ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Andreas Unterberger (oe1 Di, 23.05.2017, 07:00)
Morgenjournal (I)

Das nenn ich Journalismus: Nur wenige Stunden nach der nächtlichen Bombe von Manchester und am Tag, nachdem die Plagiatsvorwürfe gegen Thomas Drozda bekannt geworden sind, hat das Frühjournal diesen Minister im Interview. Gratula - doch halt, weder das Plagiat noch das fürchterliche Blutbad bei einem Kinderkonzert kommen in dem Interview vor, obwohl es um ein sehr verwandtes Thema gegangen ist.

Dieses Interview ist offensichtlich vor dem Terroranschlag von Manchester gemacht worden (auch wenn das der ORF den Hörern gegenüber nicht zugibt). Das passiert manchmal, wie jeder Journalist weiß. Da gibt es für seriöse Journalisten halt nur eines: ein solches Interview wegwerfen, so weh es auch tun mag. Für seriöse Journalisten. Der ORF sendet hingegen ein völlig überholtes Interview und bedauert nicht einmal. Das sendet man wohl schon deshalb, damit man die einige Stunden später unter dem Vorsitz von Sebastian Kurz in Wien beginnende große Anti-Terror-Konferenz der OSZE nicht einmal mit einem Wort erwähnen muss.

Und das zweite im Zusammenhang mit Drozda besonders relevante Thema? Warum wird das Wort Plagiat nicht erwähnt? Nun, da gehen eher im ORF alle Lichter aus, bevor ein SPÖ-Minister in Zusammenhang mit Plagiat erwähnt werden darf. Noch dazu jener Minister, der für Medien zuständig ist (warum auch immer ein Minister dafür "zuständig" sein muss, wo doch die Medien und vor allem der ORF "unabhängig" sind (bitte nicht lachen)).

Worüber hat man dann mit Drozda geredet? Über eine von ihm gewünschte EU-Richtlinie gegen "Hass im Netz", gegen "Aufstachelung zu Hass oder Diskriminierung", gegen "Verhetzung". Das sind aber genau die Codewörter der Linken, mit denen alle freien Medien außerhalb der eigenen Kontrolle, jede kritische Bemerkung über den Islam bekämpft wird. Wirlich das ideale ORF-Thema in den Stunden nach einem neuerlichen Terroranschlag.

Zwar spricht Drozda zur Tarnung auch über Gewaltvideos, wo ihm sicher bei einem Verbot zuzustimmen wäre - aber bei denen sicher nichts Relevantes geschehen wird, weil die linke "Kultur"-Industrie ja ständig möglichst grausame Gewaltszenen zum Geschäftemachen braucht. Bei dieser Richtlinie geht es in Wahrheit einzig darum, alle Kritiker des Islam - und damit auch der Linken, die ja ständig dafür gekämpft haben, dass möglichst viele Moslems nach Europa hereinkommen, - mundtot zu machen. Es geht Drozda - ganz ähnlich wie dem linksradikalen deutschen Justizminister Maas - darum, dass alle sozialen Medien sofort alles, was irgendwer anzeigt, löschen müssen.

Und voller Zynismus meint Drozda - Rechtsstaat, Meinungsfreiheit, das war einmal -, dass man es künftig nicht mehr notwendig haben sollte, "auf Einzelurteile zu warten". Big Brother soll also gleich "europaweit" ganz ohne Urteil zuschlagen können. Und bezeichnenderweise fällt ihm zur Begründung der Zensurintentionen kein einziges Beispiel ein, wo das Internet für Gewaltvideos oder islamistische Propaganda genutzt wird (gegen die bestünden nämlich heute schon genug Rechtsmittel, wenn man nur wirklich dagegen vorgehen wollte). Nein, es wird von einem Verfahren gesprochen, wo es um untergriffige Angriffe auf die Grünen-Chefin Glawischnig gegangen ist.

Zur (sehr teilweisen) Rechtfertigung des ORF sei darauf hingewiesen, dass die Interviewerin immerhin zweimal kritisch gefragt hat, warum denn das Ganze angesichts der durchaus vorhandenen Gesetze überhaupt notwendig wäre, worauf Drozda sie in einem Ton getadelt hat, als wäre schon eine solche Frage eine Majestätsbeleidigung.

Und jede Rechtfertigung des ORF fällt dann beim nächsten Beitrag überhaupt weg: Zwei Kritiker des Justizministers bekommen breite Radio-Bühne, weil dieser offenbar nicht bereit ist, den Maßnahmenvollzug im Falle gefährlicher Drohungen zu lockern. Weil der Justizminister nach dem grauenvollen Mord am Brunnenmarkt zum Glück noch einmal von solchen Lockerungen Abstand genommen hat, wo man schockiert gesehen hat, dass Österreich mit geisteskranken Tätern jetzt schon viel zu lax umgeht, auch wenn diese schon mehrfach gefährlich aufgefallen sind.

Die vom ORF groß gebrachten Kritiker sind hingegen offensichtlich dafür, Geisteskranke möglichst bald wieder laufen zu lassen, auch wenn diese schon einmal andere Menschen gefährlich bedroht oder attackiert haben. Das sind halt dem ORF sympathische, weil offensichtlich linksprogressive Typen.

Mi, 24.05.2017, 15:54 | sukkum

Drozda ist nicht Medienminister sondern Propagandaminister!

Damit ist ja alles klar - im ORF (nicht auf der Andrea Andoria!)
Di, 23.05.2017, 19:57 | rednax

aber, aber Herr Unterberger, Ihre Kommentare sind nur noch lustig, ernst nehmen sie die wenigsten noch!!
Di, 23.05.2017, 21:34 | wolfi

Wäre nur zu schön, wenn man die Unterberger Kommentare nicht mehr ernst nehmen müsste. Aber leider gibt es so seichte Gemüter wie red-nix, die "Meinungsfreiheit" für eine deutsche Popgruppe halten.
Di, 23.05.2017, 17:33 | Marand Josef

Für Drozda geht die wahre Gefahr von Hasspostings aus, aber keinesfalls von muslim. Verbrechern. Hasspostings können höchstens beleidigen, aber niemals töten. Autsch, jetzt hat mich eins erwischt!
Di, 23.05.2017, 16:56 | randy andy

Drozda: Big Brother .... "europaweit" ! DAS haben die wenigsten bis jetzt mitbekommen, denn für die europaweiten Meinungsministerien wurden in der EU bereits im Nov.16 die Weichen gestellt.
Di, 23.05.2017, 16:59 | randy andy

Ihr solltet das mal lesen und Kern hat dazu schon sein Arbeitspapier. Da geht es gegen uns alle inkl. Abschaffung der Meinungs-u.Redefreiheit.... Goe-bbels feiert bereits seine Wiederauferstehung :-((
Di, 23.05.2017, 16:20 | Potiorek 2014

Drozd, Duzd, Dosk... ja so wird es wohl werden.
So wie Ker und Kur...
Di, 23.05.2017, 16:12 | Potiorek 2014

Solange es ca. 150 Hinterbaenkler im "Hohen Haus" gibt, wird sich nichts ändern. Wahlen werden nichts bereinigen.
Di, 23.05.2017, 13:54 | Josef Maierhofer

ORF - Manipulation, wie sie im 'Büchl' steht, im Parteibüchl.
Di, 23.05.2017, 13:43 | Rudolf Willner

Die Kommentare lese ich ungeachtet des immer interessanten und relevanten Inhaltes besonders wegen der sehr guten Ausdrucksweise und des guten Deutsch.In anderen Medien kaum mehr zu finden...
Di, 23.05.2017, 11:37 | Freier Mensch

Weg mit allen Linke dieser Erde, denn sie sind gefährlich .Am Beispiel Drozda erkennt man den menschenverachtenden Zugang dieses Kerls zu den aktuellen Problemen . Eigentlich zum FÜRCHTEN !!!!!!!!!!!!
Di, 23.05.2017, 16:53 | randy andy

BITTE BITTE sag zu diesen Typen nicht "Linke", denn die haben mit linker Politik soviel zu tun, wie ich mit dem Mann im Mond; nämlich nada, nix, überhaupt nichts. (aber ich weis was du meinst :-) )
Di, 23.05.2017, 11:24 | astuga

Die eigentlichen (und wirklich gefährlichen) Staatsverweigerer sitzen eben im Parlament und im ORF.



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