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Kurt Ceipek (oe1 Fr, 26.05.2017, 12:00)
Mittagsjournal

Die Frage an den SP-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler im Mittagsjournal war denkbar einfach: Wann wird die SPÖ den Wählern sagen, ob sie eine Koalition mit der FPÖ nach der nächsten Nationalratswahl in Betracht zieht. Was dann folgte war minutenlanges lähmendes Geschwurbel und konfuses Herumgerede um den heißen Brei. Niedermühlbichler faselte viel darüber, dass die Partei möglichst viel „für die Menschen“ tun wolle und wie wichtig „unsere Werte“ seien.

Der Rettungsanker für die SPÖ, deren Parteitag beschlossen hatte, keinesfalls mit der FPÖ eine Koalition einzugehen, soll eine Mitgliederbefragung sein, wobei der SP-Geschäftsführer sich vorerst auch um die Frage herumwand, wann man denn so eine Befragung machen sollte, ob seine Partei sich mit den Blauen ins Koalitionsbett legen darf.

Niedermühlbichler in aller Unklarheit (wörtliche Zitate): „Es geht nicht um die Frage, mit welcher Partei darf man etwas machen, sondern es geht um die Frage, was kommt bei einem Regierungsübereinkommen heraus, für die Menschen, für die Österreicherinnen und Österreicher... Wir haben eine klare Vorstellung für Österreich und für die Menschen in Österreich... Sie wissen, dass wir einen Kriterienkatalog ausarbeiten, da geht es aber auch nicht um die FPÖ, sondern um die Frage: Mit welcher Partei können wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen, die unseren Werten entspricht.“

In dieser Tonart ging es minutenlang weiter.

Aus dem ungebremsten Redefluss, in dem ein gutes Dutzend mal „die Menschen“ erwähnt wurden, konnte man herausfiltern, dass es „unter Umständen“ (Niedermühlbichler) eine Befragung der SP-Mitglieder nach den Wahl geben könnte, „aber das müssen wir erst in den Gremien besprechen“.

Ob das Ergebnis einer solchen Abstimmung verbindlich sein würde, stand in dem Interview nicht zur Debatte. Das ist bei linken Parteien aber nicht gar so entscheidend, denn die Wiener Grünen haben ja beim geplanten Monsterbau am Wiener Heumarkt vorexerziert, was die eigenen Mitglieder vom Begriff „verbindlich“ zu halten haben.

Jedenfalls fiel das Interview so unbefriedigend aus, dass nicht einmal auf ORF.at noch darüber wenigstens ein paar geschönte Zeilen berichtet worden wären. Ist vermutlich auch besser so für Niedermühlbichler und den ORF.

http://oe1.orf.at/player/20170526/475053

Sa, 27.05.2017, 08:25 | Ergebnisse verbindlicher Abstimmungen

werden genau eingehalten, wenn sie das richtige Ergebnis bringen. Wenn das Wahlvolk irrt muss man halt noch einmal fragen...
Sa, 27.05.2017, 06:32 | Freier Mensch

Der mehr und mehr sichtbare Niedergang einer Bewegung, die nur mehr aus Badeeeiii besteht, aber die Menschen vergisst. Was übriggeblieben ist ?Antisemitische Anwandlungen und Schläger-Antifa..
Sa, 27.05.2017, 00:35 | Bayer-Bauer

Die ganze SPÖ, vor allem der Herr Kern, wirkt derzeit völlig orientierungslos. Das hat sichtlich auch Kerns Adlatus Niedermühlbichler angesteckt. Das war ein erbärmlicher Auftritt.



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