"Neue Regierung: Mehr Sicherheit, weniger Sozialstaat" - das war das Thema diesmal beim Servus-Talk. Und der war aus mehreren Gründen wieder einmal sehr erfrischend! Gleich zu Beginn fiel bei der Gästeauswahl auf, dass man sich tatsächlich traute, bei fünf Gästen drei Rechte bzw. Konservative und nur zwei Linke einzuladen. Beim ORF und anderen Sendern undenkbar, wo stets Linke in der Überzahl sein müssen, um den Gegner im Notfall zumindest wirkungsvoll niederschreien zu können.
Dann die Aufbereitung der Sendung. Nicht die eher regierungsfreundlichen Diskutanten mussten erst darauf hinweisen, bereits von ServusTV selbst kam der Hinweis, dass eine Hauptsorge der Linken bezüglich der neuen Regierung etwas sonderbar anmutet. Nämlich dass sowohl Innen-, als auch Verteidigungsressort in den Händen nur einer Partei, nämlich der FPÖ sind. Im eingespielten Beitrag wird bereits angemerkt, dass so etwas auch früher schon unter ÖVP- wie auch SPÖ-Ministern der Fall war. Und in Deutschland noch immer so ist, wo beide Ressorts von der CDU besetzt sind.
Schließlich müssen auch einmal ein paar Worte zur Ehrenrettung von Moderator Fleischhacker verloren werden, der auch auf dieser Plattform manchmal von Kommentatoren zerfleddert wird. Zumindest in dieser Sendung hat er seine Sache wirklich sehr gut gemacht und zB den grünen "Menschenrechtsanwalt" Georg Bürstmayr (der als Ersatz für Peter Pilz gedacht war, bevor die GrünInnen dann doch gleich ganz aus dem Parlament geflogen sind) mehrmals gekonnt demaskiert hat.
Etwa, als dieser - wohl unbewusst - zugegeben hat, Asylwerber konzentriert unterzubringen, sei für die Umgebung gefährlich, obwohl er sonst stets den Opferstatus und die Harmlosigkeit aller Asylwerber betonte. Auch sonst war Bürstmayr mit seinen Standpunkten schwer zu ertragen - eine GrünIn halt. Extrem, intolerant und von der eigenen Überlegenheit überzeugt. Mehr noch als seine Äußerungen verriet ihn aber sein Körper. Immer wieder zuckten Muskeln in seinem Gesicht wie wild, was wohl auf nur mit größter Mühe im Zaum gehaltene, sagen wir nicht Hassgefühle, nennen wir es Gefühlswallungen, schließen lässt.
Auf der anderen Seite glänzten der deutsche Polizeigewerkschafter Wendt und Ex-Verfassungsschützer Polli mit großer Fachkenntnis, Eloquenz und Gelassenheit. Die Cousine von Herbert Kickl war hingegen eher ein Dekorationsobjekt. Die Dame wollte wohl wirklich nur Werbung für ihr sonst erfolgloses Geschreibsel machen und 5 Minuten des Ruhmes genießen. Zur Diskussion hatte sie genau nichts beizutragen und verschwand in der zweiten halben Stunde auch völlig aus dieser. Eine traurige Figur, die ständig sonderbar grinsend offenbar für ein wenig linke Aufmerksamkeit auch enge Verwandte zu verkaufen bereit ist...