Die erste große Diskussion von neuer Regierung und Opposition fand bei Puls4 statt. Die Regierungskoordinatoren und Minister Gernot Blümel und Norbert Hofer stellten sich dem roten Ex-Pizza-Kanzler Kern und dem wie immer etwas hyperaktiven Matthias Strolz von den NEOS. Von der Liste Pilz war niemand dabei, was viel über den Zustand dieser früheren Ein-Mann-Partei aussagt, der ihr einzig nennenswerter Politiker noch vor dem Einzug ins Parlament abhanden gekommen ist.
Eingangs ist zu erwähnen, dass zwar auch Frau Milborn als Moderatorin einen veritablen Linksdrall aufweist, den aber nicht so offen zur Schau stellt, wie fast alle Damen und Herren beim ORF. Soll heißen, die Diskussion verlief nicht ganz so einseitig, wie man es beim Staatsfunk gewohnt ist. Doch auch hier hatte Prinzessin Kern wieder eindeutig am meisten Redezeit. Wann immer der Pizzarist etwas sagen wollte, durfte er das auch – selbst wenn gerade andere am Wort waren. Der Rest der Diskutanten genoss dieses Privileg nicht.
Dennoch machte Kern nur wenig daraus. Großteils beschränkte er sich darauf, Hofer und Blümel lächerlich machen zu wollen und alles als Blödsinn darzustellen. Allerdings meist ohne das irgendwie beweisen oder untermauern zu können. Stattdessen grinste der Kurzzeitkanzler immer wieder überheblich. Und redete viel Blödsinn.
Zum Beispiel tat er so, als würde die Reise von FPÖ-Klubobmann Gudenus zu den bosnischen Serben die Sicherheit von Österreichs UNO-Soldaten in Bosnien gefährden. Jetzt kann man den Trip von Gudenus in die Republika Srpska für mehr oder weniger schlau halten – allerdings tat Kern so, als würde Gudenus dort im Alleingang einen neuen Krieg anfangen. Lächerlich! Auch dass die Staatsschulden dank der Super-Arbeit der SPÖ von nun an ganz von selber auf 60 Prozent des BIPs sinken würden war eine interessante Behauptung.
Allerdings wirkten auch die Regierungsvertreter nicht immer ganz sattelfest. Vor allem machten sie (wie so oft in den letzten Tagen) den Fehler, sich rein auf das Glatteis des Themas eines angeblichen Sozialabbaus ziehen zu lassen. Die ganze Diskussion drehte sich fast ausschließlich um Notstandshilfe, Mindestsicherung und Aktion 20.000 – also alles rote Kernthemen. Die Themen, mit denen Schwarz-Blau die Wahl gewonnen haben, fanden hingegen wieder einmal nicht statt.
Masseneinwanderung, Asylmissbrauch und Kürzungen für Asylanten sind irgendwie völlig aus dem Diskurs verschwunden. Da hört man seit der Wahl eigentlich kaum noch etwas. Stattdessen herrschen plötzlich rote Themen vor. Und dank einer bisher inferioren Sozialministerin wackelt man bei diesem Themenkomplex auch noch ordentlich und macht keinen besonders guten Eindruck. So bietet man den Linksmedien Angriffsflächen, die diese dankbar aufnehmen. Wie es wohl aussehen würde, wenn diese hilflose Opposition nicht weiter k.o. am Boden liegen würde?