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Werner Grotte (ORF2 Fr, 16.02.2018, 20:15)
St. Josef am Berg - Berge auf Probe

Teil eins der neuen „Alpensaga“ begann noch ganz gemütlich, fast idyllisch: Peter Pirnegger, schnuckeliger Sohn eines alpinen Dorfbürgermeisters, hat im fernen Stralsund an der deutschen Ostsee sein Glück gefunden und kehrt mit seiner ebenfalls schnuckeligen, hochschwangeren Freundin Svea und deren Mutter nach Hause zurück, um in der Idylle der Bergwelt zu heiraten. Bis dahin hätte Rosamunde Pilcher noch ihre wahre Freude gehabt.

Doch schon bald wird klar, dass Vater Pirnegger, dem auch ein großes Hotel gehört, sein eigenes Süppchen kocht und dem Sohnemann mit Hilfe des befreundeten Bezirkshauptmannes den Geschäftsführer-Job eines neuen Nationalparks zuschanzen möchte, in dessen erwartungsgemäß hochprofitablem Zentrum das Pirnegger-Hotel liegt.

Um sein „Lebenswerk“ durchzuboxen, hat Pirnegger Senior eine Reihe von Abhängigkeiten und Verpflichtungen inszeniert, um auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden in das Projekt einzubinden – notfalls mit Erpressung. Sohn Peter riecht zwar den Braten, schließlich kennt er seinen Vater, erliegt aber dann doch der Versuchung und kann auch seine nunmehrige Frau dazu bewegen, für sechs Monate probeweise in die Alpen zu ziehen.

Die umtriebige „Piefke“ wird zunächst von den Dorfbewohnern ob ihrer familiären Verbindung geschnitten, aber schon bald beginnt sie, ihre eigenen Ideen zu entwickeln und macht ihrem intriganten Schwiegervater das Leben mit teils recht ungewöhnlichen Methoden schwer. Schließlich wird sie von den aufsässigen Bergbauern einer Nachbargemeinde, die sich durch den Nationalpark bedroht fühlen, sogar zum Bürgermeister gekürt.

Die üblen Intrigen und charakterlichen Abgründe so mancher Beteiligter erinnern stark an den Sündenpfuhl der „Vorstadtweiber“, nur dass diese statt (gefälschter) Designerfetzen hier halt (echte) Tracht tragen. „Hinterdorf-Dirndln“ sozusagen.

Die Rolle des selbstgefälligen und nimmersatten Dorfkaisers, der selbst seine Familienmitglieder rücksichtslos für die Verwirklichung ehrgeiziger Pläne missbraucht, scheint Harald Krassnitzer auf den Leib geschrieben zu sein. Am Schluss bestellt er für einen Moslem, den ihm seine Tochter als neuen Freund vorstellt, süffisant einen Schweinsbraten. Sowas kann man fast nicht spielen.

Insgesamt unterhaltsame, teils recht turbulente, teils skurrile 90 Minuten mit detailgetreuer Requisite und traumhaften Bildern, sowohl von der Ostsee wie auch von der Alpenszenerie, die einen gespannt auf Teil zwei (Samstag, 17. Februar, ORF2) machen. Besonders überzeugend: Paula Kalenberg als Svena. Im Falle eines Erfolges des Zweiteilers denken ORF und ARD an eine Weiterführung. Klingt nicht unrealistisch.

So, 18.02.2018, 11:22 | Erich

Habe nur zeitweise zugesehen. Krassnitzers Aussehen erinnerte mich teilweise irgendwie doch an den GröFaz. Na klar, er ist ja auch der große Unsympathler des Films (und Unternehmer!Pfui!)
Sa, 17.02.2018, 22:06 | monsun

Das verblüfft , ich dachte Krassnitzer lässt sich eher vierteilen bevor er sich für so eine Szene mit Schweinsbraten und Moslemschwiegersohn hergibt.
Sa, 17.02.2018, 07:02 | Wird das jetzt eine Seite,

um den ORF ins "richtige" Licht zu rücken? So viel Lobhudelei um den ORF ist nicht nötig. Das übernehmen schon andere Kaliber.
Sa, 17.02.2018, 07:18 | Genau so ists...

...und wo Krassnitzer drauf steht,da ist Schund drin !!Der glaubt wirklich,ein toller Schauspieler zu sein.Allerdings genügt er dem kulturellen Intellekt von ca.75% der Durchschnittswähler.Grauslich.



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