ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Kurt Ceipek (oe1 Mi, 28.02.2018, 13:00)
Punkt eins

Die aufsehenerregenden Morde an dem slowakischen Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten waren Thema der unmittelbar auf das Mittagsjournal folgenden Sendung „Punkt eins“. Und bald war klar: Böse Politiker, die Journalisten verachten, seien zwar nicht die Mörder, aber indirekt verantwortlich für das Klima, in dem derartige Verbrechen begangen werden.

Das Thema der Journalistenmorde war nach wenigen Minuten abgehandelt. Dann ging es um Unfreundlichkeiten von Politikern und Bürgern gegen zwangsgebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Sender in vielen Ländern Europas, vor allem in Polen und Ungarn. Die jüngsten Angriffe der FPÖ gegen den ORF blieben dabei nicht unerwähnt. Ein solcher Schwenk von Morden an Journalisten zu einer ORF-kritischen heimischen Partei ist kühn.

Natürlich wurde die Gelegenheit auch genützt, um öffentlich-rechtliche Sender insgesamt als Hüter der seriösen und anständigen Medienarbeit zu verteidigen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei europaweit in Gefahr, es gebe nicht nur in Österreich Attacken. In der Schweiz werde die Gebührenpflicht für staatliche Sender einer Volksabstimmung unterworfen, in Kroatien habe eine neue Regierung unverzüglich den Generaldirektor des Staatsfunks ausgetauscht. Führende Politiker in Polen und Ungarn sind auch ganz böse zu Journalisten, Vladimir Putin und Donald Trump sowieso.

Dann waren auch Hörer am Wort. Einer der Anrufer kritisierte am Beispiel der deutschen Langzeit-Kanzlerin Angela Merkel, dass Medien über Verfehlungen und Gesetzesverstöße von Politikern NICHT berichten. Derartige Dinge erfahre man als Konsument fast nie aus den klassischen Medien, die so heikle Themen auch in Ländern gerne verschweigen, wo der Druck auf die Medien vergleichsweise gering ist. Auch durch eine solcherart gefilterte Berichterstattung würden die klassischen Medien, allen voran die sogenannten Qualitätsmedien, gehörig unter Druck geraten.

Bernhard Odehnal vom Zürcher Tages-Anzeiger erläuterte bedauernd, es gebe kaum noch neutrale Medien, sondern nur noch regierungstreue oder regierungskritische Zeitungen oder Rundfunkanstalten. Vielen heimischen Medienkonsumenten fällt dazu sofort der ORF ein, der seit dem Amtsantritt der ÖVP-FPÖ-Regierung nahezu ausschließlich regierungskritische Berichterstattung produziert. Daran wäre nicht viel auszusetzen, hätte der gebührenfinanzierte Sender nicht in der Zeit davor nahezu ausschließlich positiv über die SPÖ-Kanzler-Partei und die ebenfalls dem linken Reichsdrittel zuzuordnenden Grünen berichtet.

Das ist wohl vor allem darauf zurückzuführen, dass 90 oder mehr Prozent der redaktionellen Mitarbeiter in den Politik-Redaktionen unübersehbar mit Rot oder Grün sympathisieren und vermutlich gar nicht mehr in der Lage sind, objektiv und neutral zu berichten. Das gilt auch für die Themenwahl, denn was in den Hauptnachrichtensendungen gebracht oder nicht gebracht wird ist kein Zufall, sondern ganz bewusste und gezielte Auswahl.

Das unterschwellig verfolgte Ziel, die Wichtigkeit der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten für ihre Länder zu unterstreichen wurde in der knapp einstündigen Sendung gründlich verfehlt. Im 21. Jahrhundert noch an zwangsfinanzierten Rundfunkanstalten festhalten zu wollen ist anachronistisch. Das ist, als hätte man vor 150 Jahren versucht, zwangsgebührenfinanzierte Postkutschen künstlich am Leben zu erhalten, um den Vormarsch von Eisenbahn und Pkw zu verhindern.

Do, 01.03.2018, 17:00 | otti

Gandalf: "Die Pressefreiheit existiert nicht als Selbstzweck...."
DEIN Beitrag gehört in Gold eingerahmt und all diesen Manipulatoren vor dem Schreibtisch aufgestellt !
Do, 01.03.2018, 18:09 | Gandalf

Danke für die Blumen.
Do, 01.03.2018, 14:05 | Gandalf

Die Aussage "Regierungstreu - Regierungskritisch" ist schlichtweg falsch. In Wahrheit müsste sie lauten "Links - nicht links"!
Wären ORF, Standard, Kurier usw. regierungstreu würde man das merken!
Do, 01.03.2018, 17:56 | Freier Mensch

Diese Kategorien sind seit 2015 überholt!Es geht nur mehr GUT(Erhalt v.Heimat u.Menschen) gegen BÖSE (Vernichtung d.Heimat und seiner Bürger).In DEU haben sich CDUCSUGRÜNELINKEFDP geg.AfD verschworen.
Do, 01.03.2018, 13:37 | Quasimodo

Die Frage ist: Wer braucht heute noch einen gebührenfinanzierten Rundfunk, der sich gebärdet wie ein linkes Parteiorgan und das offenbar nicht einmal erkennt? Die Mehrheit der Österreicher nicht.
Do, 01.03.2018, 11:21 | Franz Gattermayr

Ich halte den steuerfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk eigentlich für eine sinnvolle (weil grundsätzlich unabhängig agieren sollende Institution). Die im ORF-Gesetz und in den Satzungen des
Do, 01.03.2018, 11:20 | Franz Gattermayr

ORF dargelegten Grundsätze (Objektivität, umfassende Information etc.) müssen endlich eingehalten und wenn nötig juristisch sanktioniert werden.
Do, 01.03.2018, 11:30 | Beobachter

Das muss man leider als sehr naiv bezeichnen.
Do, 01.03.2018, 11:54 | Freier Mensch

Eigentlich richtig,was Sie sagen .Ich frage mich bloß,was hält den ORF seit JAHRZEHNTEN davon ab,dies zu tun !?Das Gegenteil ist der Fall:es wird ein Zwangmedium für einseitige Propaganda mißbraucht!!
Do, 01.03.2018, 13:34 | Roter Müllmann

Wäre der ORF in den letzten Jahrzehnten auch nur einigermaßen objektiv gewesen, dann würde jetzt kaum jemand über die Abschaffung der Zwangsgebühren diskutieren. Die Unabhängigkeit wurde missbraucht.
Do, 01.03.2018, 14:07 | Gandalf

Das zu erreichen wäre eine Herkules-Aufgabe (vgl. Ställe des Augias) welchen Halbgott haben Sie denn als Verantwortlichen für die Durchführung vorgesehen?
Do, 01.03.2018, 11:03 | mike

auf jeden Fall entbehrlich ist ein Staatsfunk wie der orf. der ist auch nicht reformierbar. Also privatisieren und alles neu aufbauen.
Do, 01.03.2018, 14:10 | Gandalf

In der Theorie ja aber welcher Private soll sich diesen Kadaver eines Medienunternehmens antun? Das wäre je blanker Masochismus!
Do, 01.03.2018, 16:28 | quälgeist

wozu reformieren? einfach die zwangsgebühren streichen, wer den orf will soll weiter zahlen, darf auch mehr zahlen, alles andere ergibt sich von selbst.
Do, 01.03.2018, 11:00 | mike

auf jeden Fall entbehrlich ist ein Staatsfunk wie der orf. der ist auch nicht reformierbar. Also privatisieren und alles neu aufbauen.
Do, 01.03.2018, 09:36 | otti

Danke für den Artikel !
Der "Marsch durch die Institutionen". Perfekte Strategie seit 1970.
Ob Schulen, Unis,Medien, "Kultur",Staatsanwälte, Richter......
Wird Jahrzehnte dauern bis Parität wieder OK.
Do, 01.03.2018, 09:44 | Freier Mensch

Es handelt sich bei d.Grünen in weiten Teilen nicht lediglich um ideologisch verblendete Oberlehrer, ein nicht unerheblicher Teil von ihnen sind Ökofaschisten. Denen geht es nicht allein um Umwelt...
Do, 01.03.2018, 09:51 | Freier Mensch

..oder Klimawandel.Die befriedigen sich gradezu selbst,indem sie allen steuerzahl.Spießern nicht nur ihre Lebensweisheit als d.einzig Wahre aufzwingen u.Verbote erlassen wollen,sondern uns BESTRAFEN!
Do, 01.03.2018, 07:23 | golan boris

Ein für allemal,die Politiker sind DIREKT für MORDE VERANTWORTLICH,der Auftrag kam von ganz oben.An den händen von Slowakischen Politiker KLEBT BLUT.
Do, 01.03.2018, 08:34 | Freier Mensch

Vorsicht @boris !! Sie wollen doch nicht als "kapustnica" enden , oder !? Mag es auch in die von Ihnen vermutete Richtung gehen,bitte vorsichtig sein !! MfG
Do, 01.03.2018, 12:41 | golan boris

Freier Mensch,seit 2005 Prozesieren meine Eltern gegen den Slowakei,(Es geht um Erbschaft Väterlicherseits,alles haben die gestohlen,Baugrundstücke,uvm),kein Anwalt greifst an
Do, 01.03.2018, 12:45 | golan boris

Das ganze Land ist von Bundespräsidenten Andrej Kiska angefangen KOMPLETT KORRUPT.Bezirksprokuratur,Generalprokuratur,Staatsanwälte,Richter,Polizei,Bezirksämter,einfach alles KORRUPT.
Do, 01.03.2018, 07:16 | WABU

Bleibt nur zu hoffen, daß heute Abend um 22'15 bei Servus TV der Herr Reichel dem linken Wrabez und seinen Genossen ordentlich die Haare schneidet.
Do, 01.03.2018, 07:30 | golan boris

Hr.Reichel wird den Linken in einzelteile zerlegen.
Mi, 28.02.2018, 23:21 | Scharfer Beobachter

Auch Journalisten müssen Kritik vertragen. Nur austeilen und nichts einstecken können, das kann auf die Dauer nicht funktionieren. Armin Wolf ist da ein Musterbeispiel. Wehe wenn jemand IHN kritisiert
Mi, 28.02.2018, 23:22 | Anastasius Grün

Genau, wenn jemand den Wolf kritisiert, dann ist gleich die Pressefreiheit in Gefahr.
Do, 01.03.2018, 07:25 | golan boris

Das ist eben die Bagage,austeilen ja,einstecken nein.
Do, 01.03.2018, 14:14 | Gandalf

Die Pressefreiheit existiert nicht als Selbstzweck sondern um den Bürgern demokratische Mitbestimmung auf Grund faktenbasierter Überlegungen zu ermöglichen. Wer sie für Propagandalügen mißbraucht
Do, 01.03.2018, 14:15 | Gandalf

pervertiert sie nicht nur in ihr Gegenteil, er hat sie in Wahrheit verwirkt!



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