ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Andreas Lindner (oe1 Do, 25.10.2018, 07:00)
Ö1 Morgenjournal

Verfolgt man die ORF-Berichterstattung der letzten Monate zu diversen Reformpaketen der Regierung, kann man den Eindruck einer einseitigen Hetzkampagne seitens des ORF gewinnen. Es klingt zwar auf den ersten Blick absurd, so etwas über die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt Österreichs sagen zu müssen, man kann aber leider objektiv zu diesem Schluß kommen.

Aktuell feuert die ORF-Berichterstattung aus allen Rohren gegen die beschlossene Reform der Sozialversicherungen. Eine Reform, die in diversen Wahlkämpfen und politischen Sonntagsreden jahrzentelang beliebtes Thema war, solange es bloß nicht an die konkrete Umsetzung ging. In der Zwischenzeit haben vor allem die sogenannten ArbeitnehmerInnenvertreterInnen (vulgo Gewerkschafter, vornehmlich rot) einen Koloss gebaut, in welchem sie unter dem Nebelwort "Selbstverwaltung" gemütlich Platz genommen haben. Ein Koloss welcher sich nur mehr mit Milliarden, wenn überhaupt, steuern lässt.

Und um den Reformdruck möglichst niedrig zu halten, haben diese stets behauptet, dass der Verwaltungsaufwand bei niedrigen 2,8 Prozent läge. Schon 2015 haben die NEOS (welche sich jetzt unter ihrer neuen Obfrau lautstark gegen die Reform aussprechen), mittels einer parlamentarischen Anfrage festgestellt, dass alleine der Personalaufwand inkl. Pensionen rund 8 Prozent beträgt und somit die behaupteten 2,8 Prozent widerlegt. Aber 2015, ach, da war die sozialistische Regierungswelt ja noch heil, Rudolf Hundstorfer war Sozialminister, somit kein Grund zur Veranlassung. Und erst im Juli dieses Jahres schreibt "Die Presse", dass "die Verwaltungskosten der Krankenkassen höher (sind) als offiziell ausgewiesen. So werden viele Ausgaben unter „Sonstiges“ versteckt."

Wir schreiben 2018, die Regierung geht die Reformen zügig und konkret an, schießt also der ORF aus allen Rohren, die ihm der Gebührenzahler finanziert. Und wie es halt so der Brauch ist, werden laufend als "Experten" bezeichnete Interviewpartner aufgeboten, die vor allem eines eint: sie sprechen sich mehr oder weniger eindeutig gegen einer Reform der Krankenkassen aus.

Heute etwa im Ö1 Morgenjournal, ist ein gewisser Andreas Huss zugeschaltet. Huss ist "Obmann" der Salzburger Gebietskrankenkasse, also ihr Chef. Der Beitrag bzw. das Gespräch dauert rund 6 Minuten, in welchen Andreas Huss die ganze Palette an Angstszenarien, negativen Spekulationen und Behauptungen gegen die Kassen-Reform verbreiten darf - natürlich völlig unwidersprochen von seinem ORF vis-à-vis.

Was der ORF aber auch hier wieder "vergessen" hat, ist die ergänzende Anmerkung, dass Andreas Huss auch Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz ist und dieses Ö1-Interview gegen die Kassen-Reform offensichtlich vor allem in dieser Funktion (und als SPÖ-Mitglied) geführt hat.

Kann aber natürlich passieren, in der Hitze des Gefechtes, welches der ORF aktuell gegen sämtliche Refomen glaubt führen zu müssen.

In "ruhigeren" Zeiten etwa, als sich vor Monaten ein Wiener Schuldirektor zu den Zuständen in seiner Schule geäußert hat, hat der ORF mehrmals betont, dieser sei "ÖVP-Nahe", was wohl seine (faktenbasierenden) Aussagen in das entsprechende Licht rücken sollten.

Fr, 26.10.2018, 22:31 | jaguar

Wie wahr, wie wahr!



Ich will die Datenschutzerklärung lesen.

Kommentar senden