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Werner Reichel (oe1 Mo, 21.01.2019, 07:00)
Ö1 Morgenjournal

Wenn eine Ehe oder Partnerschaft zerbricht, ist die Kränkung beim verlassenen Partner oft groß. Die einstige Liebe kann in Hass umschlagen. Der Ex-Partner wird zum Feindbild, man wünscht ihm alles Schlechte, hofft, dass sein neues Leben ein Desaster wird.

In der großen Politik ist es nicht viel anders. Die EU verhält sich wie eine tief gekränkte verlassene Ehefrau, seit sich die Briten für einen Austritt aus der Union entschieden haben. Zuerst versuchte man diese Entscheidung schön zu reden: Die britischen Bürger seien von populistischen Rattenfängern verführt worden und nur die alten, dämlichen und abgehängten Briten hätten dafür gestimmt. Wir erinnern uns. Irgendwann musste man die Trennung akzeptieren. Der Rosenkrieg begann.

Linke, EU-hörige Medien wie der ORF gehen in der Rolle des gekränkten Ex-Partners auf. Kein Tag, an dem der Rotfunk den Briten nicht ein böses Erwachen und totales Scheitern prophezeien würde. Dabei ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Diese Vorhersagen beruhen auf Emotionen – Kränkung, Wut, Enttäuschung - und weniger auf Daten, Fakten und Sachargumenten.

Die Briten dürfen nach dem Austritt einfach nicht erfolgreich sein. Das würde die Kränkung verstärken und wäre ein fatales Signal an andere EU-Staaten, die mit den Eurokraten in Brüssel so ihre Probleme haben. Deshalb wird auch der ORF nach einem Brexit versuchen - im Einklang mit der Linie Brüssels –, die Lage im Vereinigten Königreich so schlecht als möglich darzustellen.

Schon jetzt wird im ORF mehrmals täglich darüber berichtet, welche furchtbaren Auswirkungen der Brexit auf die Briten und auch auf die österreichische Wirtschaft haben werde. Da dürfen auch mal Österreicher, die in London eine Fish&Chips-Bude oder ähnliches betreiben, tief betroffen in die Kamera schauen und ca. einmal wöchentlich muss ein österreichischer Austauschstudent über die Folgen des Brexits im ORF jammern. Man dürfte mittlerweile alle durchhaben. So viele sind es ja nicht. Der ORF zieht alle Register, um den Zusehern klar zu machen, wer die groß- und einzigartige EU verlässt, begeht einen unverzeihlichen Fehler.

Umso überraschender ist es, wenn man einmal eine vernünftige Stimme hört, die die Folgen des Brexits ohne Kränkung, Groll und Hass analysiert. Noch dazu auf Ö1. Es ist der Wirtschaftsdelegierte der österreichischen Wirtschaftskammer in London, Christian Kesberg: „Das Worst-Case-Szenario eines Chaos-Brexit wird aus wirtschaftlicher Perspektive meiner Ansicht nach dramatisiert und übertrieben. Es gibt keinen ernstzunehmenden Ökonomen, der Großbritannien im Falle eines Hard-Brexits in eine Rezension taumeln sieht. (…) Insgesamt bleibt das Geschäft ja intakt (…) der zweitgrößte Markt Europas verschwindet ja nicht (…) Man muss die Kirche im Dorf lassen. Von einer wirtschaftlichen Katastrophe für österreichische Unternehmen oder die österreichische Volkswirtschaft kann keine Rede sein.“

Ab und zu eine Stimme der Vernunft im aufgeregten ORF-Hühnerstall zu hören, tut gut. Es dürfte sich um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt haben. Die Kränkung der EU und der linken Medien ist verständlich, das Worst-Case-Szenario wäre für sie ein erfolgreiches Großbritannien nach dem Brexit. Dann sind weitere schmerzhafte Trennungen nur noch eine Frage der Zeit und der Traum von einem sozialistischen Europa ohne Nationalstaaten, den Robert Menasse und seine linken Gesinnungsgenossen träumen, vorbei.

Di, 22.01.2019, 10:42 | wolfgang

Herr Kresberg wird sicher nie mehr vom ORF interviewt!!
Mi, 23.01.2019, 08:09 | Beobachter

Gut erkannt!
Mo, 21.01.2019, 16:58 | Walter S.

Für eines ist das Brexit-Theater gut: es offenbart den totalitären Charakter des Völkerkerkers EU. Dazu gehört auch die EU-Armee: jahrelang geleugnet, wird sie jetzt offen gefordert. Gott schütze uns!
Mo, 21.01.2019, 17:23 | Die Empörung

Wir sind neutral und mit dieser Regierung werden wir das wohl auch bleiben. Ich halte sicherlich nicht meinen Kopf für ein islamisiertes 3.Welt-Deutschland hin.
Mo, 21.01.2019, 17:27 | Freier Mensch

@Walter S.:die EU-Armee brauchen die"Eliten",um Aufstände des unterdrückten Volkes im Keim zu ersticken.Von EU-Polizei f.d.Innere habe ich bisher ja nichts gehört,also wird mit Bürgerkrieg spekuliert!
Mo, 21.01.2019, 19:21 | Walter S.

@Empörung: seit unserem UNO-Beitritt sind wir nicht mehr neutral. Unsere Neutralität, so traurig es ist, existiert nur auf dem Papier. Raus aus der UNO, raus aus der EU!
Mo, 21.01.2019, 19:23 | Walter S.

@Freier Mensch: die Eliten brauchen den Krieg bzw. Bürgerkrieg, um ihre Ziele zu erreichen. Das ist unsere Zukunft, sie wird die Spreu vom Weizen trennen.
Mo, 21.01.2019, 21:20 | boris

Totalitäre charakter d.EU ist schon seehr lange
sichtbar,mit welchen falschen verlogenen Versprechungen
wurden wir in d.EU gelockt,das blaue vom himmel
wurde versprochen,die naiven haben's gefressen
Mo, 21.01.2019, 14:01 | Freier Mensch

Der ORF berichtet auch nicht darüber,daß am 10.1.2019 beinahe das europäische Stromnetz zusammengebrochen wäre.Mit unwägbaren Folgen.Nun,Sonne u.Wind ist"Wackelstrom",der die Netzfrequenz bedroht.:-(
Mo, 21.01.2019, 21:22 | boris

Batterie und das Auto vollbetankt bereithalten
Mo, 21.01.2019, 11:57 | jagoda

~52 % stimmten für Brexit.In der ORF/ZDF,ARD... Berichterstattung kaum 1% Berichte,warum die Briten ihr Heil im Weggehen sehen,sind somit praktisch nicht existent.
Mo, 21.01.2019, 13:32 | Die Empörung

Ich hatte nach dem Votum ein langes Gespräch mit einem britischen Freund. Brexit-Gegner aber trotzdem viel Verständnis und umfangreiche Begründung. Kein Wort von "Rechtspopulisten" oder "Rattenfängern
Mo, 21.01.2019, 13:33 | Die Empörung

Die vielen sachlichen Begründungen waren lückenlos. Beim SPÖRF ist die einzige Begründung "pöser Rechtspopulismus". Aber was will man von geistig zurück gebliebenen Genossen.
Mo, 21.01.2019, 16:07 | Edwin Meisinger

russische Hacker nicht zu vergessen....
Mo, 21.01.2019, 16:57 | Freier Mensch

Der ORF ist m.E.überdies viel zu dämlich,die Brexit-Thematik ordentlich zu recherchieren !Das ist Sozi-Journaille in ihrer ursprünglichsten Ausformung.Dümmlich,verlogen,hintergrundlos,proletenhaft.
Di, 22.01.2019, 05:55 | boris

1994 wurde selbe horror prophezeit,sollte
AT nicht beitreten,mit beitritt fingen die
probleme aber erst so richtig an,MEDIEN
wurden somit eindeutig der LÜGE überführt.
Mo, 21.01.2019, 11:13 | Freier Mensch

Guter Artikel, Herr Reichel !!Allerdings irren Sie sich in Aufzählung d.Argumente der EUler - "..Kränkung,Wut,Enttäuschung...".ALLES,was diese rotlinksgrüne Sippschaft interessiert ist- GELD !Thats it
Mo, 21.01.2019, 12:08 | Erich von Schwediken

Wenn Sie von "rotlinksgrüne Sippschaft" sprechen, meinen Sie hoffentlich auch die ÖVP mit dem unsäglichen Apparatschik Karas und der Quotenfrau Edtstadler als EU-Spitzenkandidaten.
Mo, 21.01.2019, 13:24 | Freier Mensch

Nein,meinte ich nicht.Aber Sie haben recht,man hat das Gefühl,die Schwarzen kopulieren polit.eher mit d.Linken.Was ich aber meinte,war die krakenhafte Gier d.Roten nach Geld.Unserem Geld.Allumfassend.
Mo, 21.01.2019, 14:06 | ich

die blauen stopfen sich genauso die taschen voll im eu-parlament………..lassen auch nix aus.....den verein mögens nicht, aber die gage die dort abfällt schon......
Mo, 21.01.2019, 14:15 | Erich von Schwediken

Natürlich geht es den Blauen Individuen auch primär ums Geld und das eigene Fortkommen.Ich habe diese Partei immer nur für das kleinste der parteipolitischen Übel gehalten.Aber Übel bleibt doch Übel.
Mo, 21.01.2019, 17:24 | Freier Mensch

@EvS:Sie sollten auf d.System Polit.Parteien in AUT losgehen,nicht auf die FPÖ,einzige Partei in AUT,die Probleme beim Namen nennt u.die Wähler bisher nicht verachtet.Weg mit diesem Polit-System !
Di, 22.01.2019, 05:59 | boris

sie will das Auto,Haus u.die Kinder,-:))))
Di, 22.01.2019, 06:02 | boris

die haben schiss wegen dominoefekt.
Mo, 21.01.2019, 10:23 | axel01

Als nächstes Dexit und: Öxit!! Eine eigene verlässliche Währung und vernünftige Zinsen, keine Totalüberwachung, alle Invasoren nachhause, Souveränität - das wäre schön...
Mo, 21.01.2019, 10:13 | sokrates9

Habe immer geglaubt dass Ziel der EU ist die Wirtschaft zu stärken und für die Bürger ein besseres Leben zu ermöglichen sowie in Forschung und Entwicklung den anderen Großmächten Paroli bieten zu kön
Mo, 21.01.2019, 09:51 | Man braucht nur die Schweiz zu betrachten.

Warum dieses Theater wegen des Brexit? GB wird - wie die Schweiz - unabhängig und frei agieren und aufblühen. Enge Zusammenarbeit mit EU genügt völlig. EU hat wohl Angst, daß das Schule machen könnte.
Mo, 21.01.2019, 10:27 | axel01

nicht nur der Orf, in alle gleichgeschalteten geht es jeden Tag um den vermeintlich dummen Trump, um die verblödeten Briten und um die ultraböse rechtsextreme FPÖ/AfD. Utopia wird hartnäckig verfolgt.
Mo, 21.01.2019, 12:41 | Redneck72

Nicht nur die Schweiz auch Norwegen ist so ein abschreckender Beispiel für Nicht EU Mitglieder.
Das Armenhaus der Westlichen Welt, einfach schrecklich die Zustände dort.
Mo, 21.01.2019, 13:26 | Freier Mensch

@Redneck : wenn man dagegen das "blühende" Schweden anschaut,mit seinen bunten Volksgesichtern,d.bunten Fußballmannschaft,den bombenrauchenden Polizeistationen,den NoGoAreas,den vergwaltigten Frauen..



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