ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Kurt Ceipek (oe1 Di, 19.03.2019, 12:00)
Ö1 Mittagsjournal

Viele Mitarbeiter der ORF-Nachrichtenredaktionen leiden offensichtlich unter völligem Realitätsverlust. Besonders augenfällig wird das, wenn die Redakteure und Moderatoren ausrücken müssen, um für die Aufrechterhaltung der Zwangsgebühren zu kämpfen, wie im Mittagsjournal.

Schon die Ankündigung von gleich zwei Gebührenverteidungs-Beiträgen durch Journal-Moderatorin Andrea Maiwald lässt ORF-kritische Zuhörer (und das ist wahrscheinlich die Mehrheit) aufhorchen. „So manche in der Regierung“ hätten die ORF-Gebühren gerne weg.

Die Ablehnung der ORF-Zwangsgebühren auf einige Regierungsmitglieder zu reduzieren ist der erste Trugschluss. Wer sich ein wenig im Freundes- und Bekanntenkreis umhört, kann sich Wutreden heimischer Konsumenten über den ORF anhören. Dabei geht es auch nicht in erster Linie um das Geld, das die Österreicher unfreiwillig herausrücken müssen, sondern um die Qualität dessen, was man dafür zu hören, zu sehen oder zu lesen bekommt.

Und das wird von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat und von Tag zu Tag immer ärgerlicher und empörender.

Da müssen alle verfügbaren Befürworter ausrücken, um dem ORF die unaufhörlich sprudelnde Einnahmenquelle zu erhalten. Zuletzt vor allem die Landeshauptleute. Die werden zwar als neutrale Befürworter dargestellt, haben aber allesamt egoistische Interessen. Die meisten Bundesländer naschen bei der ORF-Gebühr mit und in allen Bundesländern sind die Landesstudios gefügige und unkritische Diener ihrer Landesherrn und -frauen. Dass sich einige Landeshauptleute das bewahren wollen, liegt auf der Hand.

Der burgenländische Landeshäuptling Hans-Peter Doskozil sagte in einem Nebensatz etwas völlig Richtiges: „Es ist ein Grundprinzip, dass es eine unabhängige Medienlandschaft gibt und der ORF ist ein Leitmedium in Österreich.“ Eine Einflussnahme der Politik auf den ORF müsse von Haus aus ausgeschlossen werden.

Da hat er recht, der Herr Doskozil. Unrecht hat er damit, dass der ORF in den letzten Jahren von der Politik unabhängig gewesen sei. Dass die Redaktionen von Ö1 bis ORF2 von der linken Reichshälfte gegängelt worden sind, haben nur einige wenige ganz Linke noch nicht mitbekommen. Es geht also bei der Reform des Gebührensenders nicht darum, den ORF unter den Einfluss der Regierung zu bringen, sondern darum, aus einem äußerst linkslastigen Sender eine objektive und seriöse Rundfunkanstalt zu machen.

Weil die nicht ganz selbstlose Unterstützung durch die Landeshauptleute noch zu wenig war, ließ der ORF wieder einmal einen seiner „Experten“ aufmarschieren. In diesem Fall den Kommunikationswissenschafter Josef Trappel. Der sagte wunschgemäß, dass eine Finanzierung des ORF aus dem Bundesbudget anstelle der Zwangsgebühren keine wirkliche Entlastung der Bürger darstellen würde. Das werden viele Bürger allerdings anders empfinden.

Auch Entlastungszeuge Trappel ließ in einem Nebensatz das wahre Problem aufblitzen. Wörtlich sagte er: „Dass die Unabhängigkeit des ORF manchmal nicht gelebt wird, ist eine andere Geschichte.“

Das ist der springende Punkt: Die Österreicher wollen einen sachlichen, objektiven und politisch neutralen ORF. Nichts spricht dagegen, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender die Bundesregierung kritisiert, wenn es etwas zu kritisieren gibt. Im Gegenteil. Aber warum gibt es diese Kritik erst, seit es eine schwarz-blaue Regierung gibt? Davor wurde zumindest dem roten Teil der SPÖ-ÖVP-Regierung hauptsächlich gehuldigt. Was zu kritisieren gewesen wäre, wurde vor allem unter den Teppich gekehrt. Damit hat der ORF seine einst tatsächlich bestehende Glaubwürdigkeit weitgehend eingebüßt.

Heute glaubt nur noch eine kleine Minderheit der Österreicher, dass man dem ORF und dessen Nachrichten und Kommentaren noch vertrauen kann. Wäre der ORF so objektiv, neutral und nach allen Seiten kritisch, wie es das ORF-Gesetz vorschreibt, dann würde sich kaum jemand um die von ihm bezahlten Zwangsgebühren betrogen fühlen. Dann wäre auch ORF-Watch nicht erforderlich.

Fest steht, dass eine Finanzierung des ORF aus dem Bundesbudget eine nicht viel bessere Lösung ist als die Gebührenpflicht. Das würde die Verschwendungssucht der Medienkrake vermutlich nicht sonderlich eindämmen. Hilfreich wäre lediglich eine Beseitigung der Gebührenpflicht und eine Privatisierung des ORF. Öffentlich-rechtliche Leistungen könnte man aus dem Budget finanzieren. Den Zugang zu diesem Topf müsste man aber auch für alle privaten Rundfunkanstalten öffnen.

Der Streit um Zwangsgebühren oder Budgetfinanzierung ist deshalb das falsche Thema. Ohne Umbau der gesamten Mannschaft wird aus dem ORF niemals ein politisch neutraler Sender; und immer mehr Hörer und Seher werden den Oppositionsfunkern den Rücken kehren. Bei ständig sinkenden Marktanteilen und Seherzahlen kann man sich den ORF auch ganz ersparen.

Mi, 20.03.2019, 10:14 | wernmannfayer

Wofür braucht es eigentlich noch so ein Relikt aus der Nachkriegszeit? Öffentliche Rundfunkanstalten sind mittlerweile schon aufgrund deren geringer Reichweiten obsolet.
Mi, 20.03.2019, 10:24 | Freier Mensch

Außer in stasi-nazi-ähnlichen Staatsgebilden wie DEU derzeit!Aber grundsätzlich richtig:die öffentl.rechtl.Information ist 1 Relikt d.sensiblen Nachkriegszeit.Linke+Künstler haben das schamlos genutzt
Mi, 20.03.2019, 07:44 | Heimgarten

Genau darum geht es. Wir hätten einfach wieder gerne guten Journalismus - ohne Maulkorb, ohne political correctness, ohne Ideologisierung. Für das Gegenteil zu zahlen, tut weh. That´s it
Mi, 20.03.2019, 10:49 | Nativ

Damit ist alles gesagt.
Mi, 20.03.2019, 07:20 | Personen austauschen...

..u.zwar alle ! Sonst wird das nix.Die sind ideologieverseucht. Gaaaant schwere Krankheit. Ich würde sogar den Techniker-Stab durchleuchten (siehe ZDF Antifa-Mitarbeiter)! Und verschlanken das Ganze !
Mi, 20.03.2019, 06:47 | Öst. Patriot

Danke Herr Ceipek. Das ist exakt die Realität und auch mein Zugang. Von Wrabetz abwärts bis zur Putzfrau besitzen die MA rote oder grüne Parteibücher und leben wie die Maden im Speck. Deswegen privat.
Mi, 20.03.2019, 02:31 | Dr. Hans Christ

Exakt mein Ansatz! Keine öffentliche Dotierung des ORF, weder durch GIS noch durch Budget. Soll er sich per journalistischer Leistung beweisen. Werbezeiten hat er ja bereits wie ein Privatsender.
Di, 19.03.2019, 23:40 | Aron Sperber

Beim ORF ist die DNA rot. Man kann nur die äußere Haut umfärben. Beim ersten Regenguss kommt wieder die innere Röte zum Vorschein.
Di, 19.03.2019, 18:55 | Nicht wie, was finanziert wird ist wichtig...

Es spricht nichts dagegen den staatlichen Informationsauftrag im Rundfunk auf das völlig ausreichende Niveau vergleichbar der Wiener Zeitung zurückzufahren. Der Rest kann privatisiert werden.
Di, 19.03.2019, 19:01 | astuga

Bspl. ORF-Korrespondenten in Brüssel - die Berichterstattung besteht zu 100% aus Pro-EU Hofberichterstattung. Braucht in der Form genau niemand.
Di, 19.03.2019, 19:04 | astuga

Bspl. ORF-Wettervorhersage - ist das Wetter beim staatlichen Rundfunk anders als bei Anbietern im privaten Bereich? Braucht also ebenfalls niemand! Bei Servus.tv ist es wenigstens unterhaltsam. Etc.pp
Di, 19.03.2019, 19:22 | Ein ORF ähnlich der Wiener Zeitung wäre eine gute Idee, ganz . .

. . . im Ernst! Seit man den Herrn Standard-Redakteur als Chefredakteur geschas . . . hinaus-äh-komplimentiert hat, kann man die Zeitung WIEDER LESEN! Wäre der ORF doch nur HALB so seriös wie die WZ!
Di, 19.03.2019, 19:55 | Freier Mensch

Man sollte daher Herrn Dr.Unterberger zum neuen ORF-Chef machen. Er hat Erfahrung mit Medien (Wr.Zeitung etc...)u.könnte den ORF Neu auf das erforderliche Maß redimensionieren.Aller ORFler austauschen
Di, 19.03.2019, 18:22 | Freier Mensch

Herrlicher letzter Absatz,Hr.Ceipek.Jeder Körper wird nur gesund,wenn d.Giftstoffe entfernt werden. Das ist die ERSTE Maßnahme.Die ZWEITE wäre dann die gerichtl.Verfolgung.Wegen Betrug am Konsumenten.
Mi, 20.03.2019, 06:25 | volxhilfe

Täuschung über Tatsachen (z.B. Bildungsauftrag nicht erfüllt, Objektivität nicht gewahrt, etc.), Entgelt, Vermögensvorteil, .. = schwerer gewerbsmäßiger Betrug
Di, 19.03.2019, 18:19 | m

Die Landeskaiser sind mit ein paar Huldigungsminuten pro Tag im Regionalprogramm zufrieden. Die linksextreme bundesweite Schlagseite des ORF geht denen an Arsch vorbei.
Di, 19.03.2019, 18:12 | Antr

Dass die Schwarzen in NÖ kein Interesse an der Abschaffung der Zwangsgebühren haben ist klar. Immerhin ist NÖ Heute eine große Schulterklopfer Show. Werbung pur für die Landeshauptleute und die Paddei
Di, 19.03.2019, 18:14 | Antr

Das Gleiche gilt natürlich für die Roten in Wien! Und dass die Teschl-Hofmeister und der Pircher vom ORF zu den Schwarzen gewechselt sind, verdanken die ja nur ihrer Qualifikation ;-)
Di, 19.03.2019, 18:09 | Ich

will nicht für rote propaganda auch noch zwangsweise zahlen müssen.......



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