ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Andreas Unterberger (ORF 2 So, 21.01.2024, 19:30)
Zeit im Bild 1

Wieder einmal lässt sich der ORF total von der ekstatischen Begeisterung für linken Aktionismus hinreißen. Diesmal sind es die deutschen Demonstrationen gegen die AfD, die den Spitzenbeitrag der ZiB bilden. Zur Teilnehmerzahl werden, wie bei linken Demos so üblich, wieder einmal nur die Zahlen der Veranstalter, nicht die viel niedrigeren der Polizei genannt. Die Veranstalter werden überhaupt nicht vorgestellt. Statt dessen bekommt man die begeisterte Behauptung zu hören: „Die Zivilgesellschaft funktioniert“ – ohne Erläuterung, was das eigentlich sein soll, und wieso Demonstrationen von ein paar Hunderttausend in einem 84-Millionen-Staat so bezeichnet werden können. Oder sind die Nicht-Demonstranten, also die große Mehrheit für den ORF die Zivillos- oder die Unzivilisiert-Gesellschaft?

Ein noch groteskerer, noch einseitiger Kommentar in einem Medium, das angeblich nicht kommentiert, war dann die Behauptung eines bekannt linksradikalen ORF-Redakteurs in der ZiB, dass Deutschland sich durch Demonstrationen mit antiisraelischen Akzenten zugunsten einer auf 30 Prozent abgestürzten Linksregierung als „Land der Mitte, Land der Mäßigung“ erwiesen hätte.

Auch das nächste Thema gleicht dem ersten, nur auf einem anderen Schauplatz: Aus Frankreich wird Straßenprotest gegen angebliche Rechtsextreme bejubelt ...

Im vierten Beitrag wird die Kandidatur einer 23-Jährigen „Klimaaktivistin“ als grüne EU-Spitzenkandidatin bejubelt. Denn die anderen seien “ältere Männer“, kommentiert verachtungsvoll der ORF. Besonders heruntergemacht wird der ÖVP-Spitzenkandidat Lopatka als „Urgestein“. Eine solche Abqualifizierung bleibt dem ebenfalls schon seit Jahrzehnten in der Spitzenpolitik tätigen Andreas Schieder hingegen – natürlich – erspart.

Auch im fünften Beitrag gehen die rotgrünen Festspiele weiter, da darf noch einmal der ÖGB-Präsident (fast hätte ich geschrieben: das ÖGB-Urgestein – aber solche Worte dürfen ja nicht für Linke verwendet werden) völlig unwidersprochen seine Behauptungen abspulen.

Und im sechsten Beitrag kommt dann die FPÖ mit einer angeblichen oder wirklichen Grazer Untreue-Affäre zum Handkuss (wobei, sollte der Vorwurf stimmen, nur die FPÖ geschädigt wäre,– die sich aber gar nicht geschädigt sieht …).

Dann habe ich abgedreht. Irgendwann einmal wird es auch dem leidgeprüftesten Gebührenzahler zu viel, wenn das einstige DDR-Fernsehen heute in Österreich Wiedergeburt feiert, dem als einzige Pluralität der Redaktions-Gesinnungen die zwischen Rot und Grün hinzugefügt worden ist.