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ORF2Andere, Di, 24.07.2018, 12:44 | Andreas Unterberger

Seit den sehr mäßigen Darbietungen der deutschen Fußballer bei ihren Auftritten zwischen Klagenfurt und Moskau war es für jeden klar, der die Usancen der Branche kennt: Jeder Spieler muss nun zittern, ob er noch einmal in die zur "Mannschaft" geschrumpfte deutsche Fußballnationalmannschaft einberufen wird (ebenso wie der Teamchef um seinen Verbleib bangen muss). Ein "So weiter wie bisher" wird es mit Sicherheit nicht geben. Alle müssen bangen, nur einer muss es jetzt nicht mehr: Mesut Özil.

Der türkisch-deutsche Fußballer (oder wie es der deutsche Außenminister Maas erstaunlich mutig formulierte: "der in England lebende Multimillionär") wartete nicht auf seine – wahrscheinliche – Verabschiedung. Er verwandelte sich statt dessen mit einem dramatisch inszenierten Rücktritt selbst zum Ex-Teamspieler und zum bejubelten Märtyrer der ganzen Türkei. Und immunisierte sich gleichzeitig gegen jede Kritik, indem er diese pauschal zu "Rassismus" stempelte.

Raffiniert. Die PR-Agentur, die ihm diese Strategie aufgesetzt hat, ist ihr Geld wert. Sie weiß, wie der Mainstream auf solche Codeworte reagiert.

Eine vor links-korrekter Erregung geradezu bebende ORF-Redakteurin hat in der ZIB die diesbezüglichen Erwartungen der Agentur-Strategen wohl noch übertroffen. Hat sie doch (in einem für einen zur Objektivität verpflichteten Sender unglaublich einseitigen und polemischen Kommentar) nicht etwa gefragt, wo eigentlich der "Rassismus" in der Affäre sein soll, sondern sich voll an Özils Seite gestellt, in dessen Rassismus-Text ein "tieftrauriges Signal" erblickt und in Hinblick auf die Eingewanderten behauptet: "Es wird ihnen die Akzeptanz verwehrt".

Zum Glück hat man freilich Özil nicht die vielen Millionen Euro verwehrt. Und auch nicht seine fast hundert Auftritte in der deutschen "Mannschaft", die ihm erst so richtig den Zugang zu diesen Millionen eröffnet haben.

Es ist ein ganz mieses "Rassismus"-Schauspiel, das da inszeniert worden ist. Und das bei linken Journalisten seine üblichen Claqueure findet.