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Ö1 Morgenjournal

oe1Andere, Mo, 29.10.2018, 09:15 | Werner Reichel

Dem ORF ist heute eine journalistische Glanzleistung gelungen. Im Ö1-Morgenjournal wird ausführlich über die Landtagswahl in Hessen berichtet. Es gibt einen eindeutigen Gewinner: Die AfD hat nach dem vorläufigen Endergebnis neun Prozentpunkte dazugewonnen, mehr als jede andere Partei. Auch die Grünen legen zu, 8,7 Prozentpunkte. Das wurde in Ö1 ausgiebig gewürdigt und gefeiert.

Von der AfD erfuhr der Hörer hingegen nichts. Nicht wieviel sie dazugewonnen hat und auch nicht auf wie viel Prozent sie gekommen ist. Null. Ö1 erwähnte nebenbei und gegen Ende des Beitrags, dass die AfD in den Landtag eingezogen ist. Dass sie ihren Stimmenanteil mehr als verdreifacht hat und jetzt bei über 13 Prozent liegt, war dem ORF kein Sterbenswörtchen wert. Das ist ungefähr so, als würde Marcel Hischer einen Riesentorlauf gewinnen und im ORF erfährt man lediglich, dass Hirscher Weltcuppunkte gesammelt habe. Aus.

Warum macht der ORF das? Ist es dasselbe Verhalten, wie man es bei Kindergartenkindern beobachten kann: Wenn ich die Hand vor die Augen halte, sieht mich niemand mehr, wenn ich nicht über die AfD berichte, existiert sie nicht mehr?

Zeit für den ORF, erwachsen zu werden. Solche infantilen Strategien stoppen die erodierende Deutungs- und Meinungshoheit der Linken nicht, sie beschleunigen sie. Auch wenn andere Journalisten mangels besserer Ideen ähnlich wie der ORF verfahren: Die Zeiten, als linke Medien in Österreich die politische Richtung vorgegeben und die öffentliche Meinung maßgeblich beeinflusst haben, sind zu Ende.

Man schadet mit einer solchen Berichterstattung nicht der AfD – als österreichsicher Sender schon gar nicht –, sondern beschädigt die Restbestände der eigenen Glaubwürdigkeit und untergräbt seine Existenzberechtigung als gebührenfinanzierte Rundfunkanstalt.