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Willkommen Österreich mit Stermann & Grissemann

ORF1Andere, Mi, 16.01.2019, 23:51 | Werner Reichel

Der linke Standard ist begeistert: „Die Gags, Gags, Gags fielen fulminant aus. Christoph Grissemann gelang sogar, woran so mancher politischer Kommentator in den letzten Tagen scheiterte: Er ordnete Sebastian Kurz' Sager über die Wiener Langschläfer richtig ein – nämlich als einen Schlag gegen Mindestsicherungsbezieher (…)“

Fulminante Gags? Im ORF? Das ist wie, wie Schnee in der Sahara, wie Charisma bei Joy Pamela, wie Intelligenz bei Maria Stern, wie Benehmen bei Stadtrat Peter Hacker. Eigentlich undenkbar. Mal in der TVThek nachsehen:

Festhalten, jetzt kommt der fulminante Gag: „Es ist 22 Uhr. Also guten Morgen liebe Wiener Zuseher. (…) Endlich wissen wir seit wenigen Tagen auch warum morgens kein Mensch auf den Straßen zu sehen ist, warum die U-Bahn so leer sind und die Straßenbahnen, weil alle Erwachsenen noch schlafen“

Fulminat! Der Bobo kriegt sich vor Lachen nicht mehr ein. Dass dieser Brüller genau auf der verlogenen Argumentationslinie der SPÖ liegt, Kurz habe „die“ Wiener beleidigt - was er definitiv nicht getan hat - darf nicht verwundern, schließlich war Herr Stermann schon für Christian Kern als Wahlkampfhelfer aktiv.

Davon abgesehen: Was der fulminante Gag-Lieferant hier als Pointe anzubringen versucht, ist für jemanden, der tatsächlich frühmorgens mit den Wiener Öffis unterwegs ist, gar nicht lustig. Wer am Morgen U-Bahn fährt, dem fällt ins Auge, dass das multikulturelle Wien zu dieser Uhrzeit gar nicht so multikulturell ist, die Öffis werden vor allem von autochthonen Österreichern benutzt. Also von jenen, die die Kohle für die zigtausenden Mindestsicherungsbezieher heranschaffen, die zu 50 Prozent importierte Ausländern sind. Wieviel von den anderen 50 Prozent Migrationshintergrund haben, ist nicht bekannt. Der Anteil dürfte aber hoch sein.

Die Menschen, die man morgens in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit trifft, erwirtschaften nicht nur das Geld, das in die Mindestsicherung fließt, die Linke so gerne großzügig verteilen, sie zahlen auch die Gebühren, von denen Grissemann, Stermann und deren fulminante Gag-Schreiber leben. Weshalb eine ORF-Reform mindestens genauso wichtig ist wie eine Reform der Mindestsicherung. Das ist kein Gag.