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Politisch korrekte Desinformation

Andere, Mi, 06.02.2019, 15:09 | Andreas Unterberger

Sieben Jahre Haft hat der mehrerer Raub- und Diebstahlsdelikte überführte Mann bekommen. Ausnahmsweise einmal ein strenger Richter. Da konnte nicht einmal der ORF stumm bleiben. Freilich, wo der Mann herkommt, wird wie immer verwischt.

Zuerst wird er als "Kriminaltourist" vorgestellt, dann als "48-Jähriger", dann als "Mann", dann als jemand, der "in seiner Heimat" sowie in Großbritannien, Dänemark und Deutschland Vorstrafen habe, dann als jemand, der in "gebrochenem Deutsch" redet, dann werden etliche seiner Taten im Detail beschrieben. Nur wo diese "Heimat" ist, von wo der Kriminaltourist eigentlich einst aufgebrochen ist, erfährt man noch immer nicht.

Erst, wer sich bis zum achten von neun Absätzen durchgekämpft hat, was ja bekanntlich die Wenigsten tun, liest plötzlich etwas von einem "Rumänen". Vom Roma-Hintergrund, den ja der Großteil aller "Kriminaltouristen" aus dem Balkanland haben, erfährt man wie immer bis zum Schluss nichts. Als Folge sind sich längst alle Leser bei allen straffällig werdenden Rumänen sicher, dass solche Täter immer Roma sind. Selbst wenn es einmal keiner ist.

Ist das Chuzpe? Gibt es eine Weisung, dass die Täterherkunft nur dann gleich zu nennen ist, wenn es sich um einen autochthonen Österreicher handelt? Hält man die Leser wirklich für so blöd? Will man sie noch immer umerziehen, obwohl man damit genau das Gegenteil erreicht hat? Oder glaubt man beim ORF neuerdings, dass Nachrichten wie ein Kriminalroman aufgebaut sein sollen, wo ebenfalls das Interessanteste erst ganz am Schluss steht, von dem vorher kräftig abgelenkt wird? Und nicht wie eine altmodische Zeitungsmeldung, in der das Wichtigste gleich am Beginn stehen sollte?

Was auch immer das Motiv sein mag - wenn es außer linkem Herdentrott überhaupt ein intellektuell beschreibbares Motiv für diese ununterbrochenen Blödheiten gibt -, die Konsequenzen sind klar: Mit jeder solchen Meldung verliert der ORF auch noch die letzten Reste an Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Das erinnert ganz an die Medien des früheren Ostblocks. Da haben die Menschen jahrzehntelang gelernt: Erstens jede Meldung nur noch zwischen den Zeilen zu lesen. Und zweitens die Medien generell tief zu verachten.

Täglich gibt es weitere Beispiele: Bei dem fast zur gleichen Zeit erschienenen Bericht über eine kriminelle Jugendbande, die im 15. Bezirk wochenlang Gleichaltrige ausgeraubt hat, wird auch erst im letzten Absatz (einer etwas kürzeren Meldung) auf die Herkunft der Täter eingegangen, und als erstes mitgeteilt, dass von den 21(!) zum Teil erst elfjährigen(!) Bandenmitgliedern vier Österreicher sind. Der Rest stammt aus nicht weniger als sieben verschiedenen Ländern, die alle südöstlich von Österreich liegen.

Der erfahrene Leser ahnt: Erstens, dass auch die vier mit österreichischem Pass nicht unbedingt autochthon sind; und dass unser sich selbst so hoch lobendes Justizsystem samt allen einschlägigen Kinderanwaltschaften dafür sorgen wird, dass im 15. Bezirk bald wieder  Kinder und Jugendliche überfallen werden. Weil ja Jugendschutz immer nur für die Täter gilt.

Gar nicht mehr gemeldet wird vom ORF, dass zur gleichen Zeit ebenfalls in Wien eine Messerstecherei in einer afghanischen Familie mit zwei Schwerverletzten geendet hat. Warum auch? Ist eh niemand tot. Und die Verletzten sind ja auch nur zwei Männer. Nicht erwähnenswert.

Als der ORF noch von Journalisten und nicht linken Politruks geleitet worden ist, hätte allein die Häufung solcher Fehlleistungen binnen weniger Stunden ein paar Mitarbeiter der betreffenden Redaktion den Job gekostet. Heute fällt in der Direktionsetagen gar niemand mehr auf, was für einen Mist sie ständig produzieren.