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IM ZENTRUM

ORF2Andere, Mo, 04.03.2019, 12:56 | Kurt Ceipek

Im Zentrum wurde über das heiße Thema diskutiert, ob man Asylwerber, bei denen man schon im voraus unschwer erkennen kann, dass sie für Österreicher lebensgefährlich sind, in Sicherheitsgewahrsam nehmen soll, kann oder darf.

Für eine überwältigende Mehrheit der Österreicher (übrigens auch der SPÖ-Wähler) herrscht daran kein Zweifel. Bei der schwindsüchtigen Opposition (zu der auch immer deutlicher der ORF gehört) sieht man das offenbar völlig anders. Die Freiheit von Asylwerbern geht vor der Sicherheit der Österreicher. Der Mord an dem Beamten in Dornbirn war halt ein Kollateralschaden.

Wie so oft bei Diskussionen im ORF gab es bei den streitbaren Teilnehmern ein Ungleichgewicht. Den drei linken Diskutierern (dem etwas hilflos wirkenden SP-Politiker Jörg Leichtfried, der sich häufig wiederholenden Neos-Kampfemanze Beate Meinl-Reisinger und dem sich wie die legendären Balkon-Muppets gebärdenden Jetzt-Grünen Peter Pilz standen je ein Vertreter der Regierungsparteien gegenüber: VP-Polizeisprecher Karl Mahrer, der vier Jahrzehnte lang Erfahrung als Polizist gesammelt hatte, und FP-Klubobmann Walter Rosenkranz.

Claudia Reiterer erwies sich eher als sechste Diskussionsteilnehmerin denn als Moderatorin. Sie leistete den Linken fleißig Schützenhilfe. Pilz durfte ebenso wie Meinl-Reisinger und Leichtfried unbehelligt Unsinn von sich geben, ohne von Claudia Reiterer gestört zu werden. Kaum hatte Rosenkranz zu sprechen begonnen fiel ihm Claudia Reiterer ins Wort. Interessant war es auch, die Körpersprache der Moderatorin zu beobachten: Minutenlang ballte sie ihre Faust in Richtung FP-Rosenkranz und ÖVP-Mahrer.

Bemerkenswert, aber erwartbar war: Wenn Claudia Reiterer den Ex-Polizisten Mahrer oder Rosenkranz in ihrem Redefluss abwürgte, ergriff meist Pilz ungefragt das Wort und wurde von Reiterer in Ruhe gelassen. Bemerkenswert auch die Bildregie: Während Rosenkranz argumentierte, zeigte der Bildschirm eine angewidert dreinschauende und unwillig den Kopf schüttelnde Meinl-Reisinger. Als Mahrer erklärte, dass auch künftig ein Richter bei Verhängung einer solchen Präventivhaft entscheidend sei, wird im Bild groß Balkon-Muppet Pilz gezeigt, der höhnisch grinst. Manipulation der Zuseher kann sehr subtil sein.

Moderatorin Reiterer wirkte permanent ein wenig hektisch und überfordert, außer wenn es darum ging, Argumente von rechts abzuwürgen. Als Rosenkranz erläuterte, dass es bei der angestrebten Präventivhaft darum gehe, Gewalttaten und Verbrechen zu verhindern, würgte die Moderatorin das unverzüglich ab. Leichtfried durfte dagegen ungehindert erklären, es gebe in Sachen Asylwerber ohnehin keine Rechtslücken.

Mahrers Ersuchen, doch auch einmal ausreden zu dürfen, wurde kaum zur Kenntnis genommen. Dann redeten alle durcheinander, ehe wieder der Pilz das Wort ergriff und nur widerwillig wieder hergab. Es gebe überhaupt keinen Notstand in Österreich, die Gefahr für die heimischen Bürger gehe nicht von gefährlichen Asylwerbern aus, sondern von dem geplanten Gesetz.

Pilz durfte sein eigenwilliges Demokatieverständnis untermauern. Er wies mit betretener Miene auf die eminente Gefahr hin, Österreich könnte von der Mehrheit im Parlament abhängig sein. Und manche Leute haben geglaubt, dass genau diese vom Wahlvolk gewählten Mehrheiten die Demokratie ausmachen. Dummes Volk.

Interessant wäre es zu wissen, wie das dumme Volk über die Sicherheitsverwahrung in einer direkten Abstimmung entscheiden würde.