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Werner Reichel (Ideologie: Di, 05.08.2014, 13:54)
Der ORF und der Leihmutterskandal

Australische Eltern mieten sich eine junge Thailänderin, damit sie ein Kind für sie austrägt. Die 21jährige  wird mit Zwillingen schwanger, eines der beiden Kinder hat das Downsyndrom und einen Herzfehler. Die Eltern wollen, dass die Mietmutter das behinderte Kind abtreiben lässt. Die junge Frau weigert sich. Das australische Paar nimmt nur das gesunde Kind mit zu sich, das andere bleibt In Thailand. Auch der ORF ist von der Geschichte betroffen und berichtet mehrfach über den „Skandal“.

Aber warum ist das für den ORF eigentlich ein Skandal?  In Zeiten des Gendermainstreamings, wo alle möglichen Arten von Lebensgemeinschaften und  Partnerschaften das Recht auf Kinder haben, wird das  Mietmuttersystem zur Notwendigkeit, ja es muss als positive Errungenschaft gesehen werden. Dass dabei die finanzielle Notlage von jungen Frauen ausgenutzt wird,  die Mietmütter also schamlos ausgebeutet werden, ist die logische Konsequenz, Vor allem bitterarme Frauen aus der Dritten Welt stellen ihren Körper  für ein paar Tausend Euro zur Verfügung. Eine neue Art des Kolonialismus.  Wer das Recht auf Kinder über das Wohl der Kinder stellt, der befürwortet  damit auch diese Praxis.

Und auch gegen Abtreibung zieht der ORF ja sonst nicht zu Felde. Wo ist also der Skandal, wenn  die biologischen Eltern ihr behindertes Kind abtreiben lassen wollen? Das ist in der westlichen Welt ihr gutes Recht. Deshalb ist  es auch nur konsequent,  dass sie es nach der Weigerung der Mietmutter, nicht als das ihre angenommen haben. Aus politisch korrekter Sicht haben die beiden Australier doch völlig logisch und richtig gehandelt!  Dass dabei  ein Kind auf der Strecke bleibt, interessiert ja sonst auch nicht. Also bitte keine Krokodilstränen. 

Do, 07.08.2014, 14:36 | C. Finn

Leider, so ist es. Eine treffende Analyse. Wer konfrontiert damit die Frauen- und die Familienministerin oder die Bioethikommission? Wird bei Interview-Verweigerung ein leerer Stuhl präsentiert?
Mi, 06.08.2014, 21:32 | plussieben

Es gibt nur einen Denkfehler bei dieser hervorragenden Analyse: Der Autor geht davon aus, dass man bei Feministen oder Schwulisten denken könnten. Oder gar beim ORF . . .
Di, 05.08.2014, 20:19 | Sandwalk

Völlig korrekte Analyse. Ich bin überzeugt, dass der ORF selber nicht so recht weiß, was er warum skandalös findet. Vielleicht liegt es an der noch fehlenden Stellungnahme der SPÖ und der Grünen
Di, 05.08.2014, 15:48 | Marcus Franz

Exakte Diagnose
Gratuliere!
Wir stehen am Beginn der baby-Shopping-Ära. Was nicht gefällt, schmeißen wir weg. Ist doch eh nur ein Zellhaufen! Hauptsache,die Welt ist politisch korrekt u. gegende
Di, 05.08.2014, 15:38 | Elmar O.

multimillionär elton john hat laut klatschpresse für das austragen seines kindes gerade einmal 20.000 euro bezahlt. eine echtes schnäppchen
Di, 05.08.2014, 14:18 | vom Berg

warum sollten junge Thailänderin nicht auch das Recht auf den eigenen Bauch haben?
Der Autonomen Frauenbewegung Ende 60er/ 70er ging es um das "Recht auf den eigenen Körper" ("mein Bauch gehört



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