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Andreas Unterberger (Öffentlich-rechtlich: Mi, 15.08.2018, 10:07)
Die Produkt-Platzierungen

Schon in mehreren Beiträgen  hat der ORF zuletzt sehr kritisch über die sogenannten "Influencer" berichtet. Das sind Menschen – oft junge Frauen – die auf sozialen Medien, von Youtube bis Facebook und Instagram, Schleichwerbung machen. Sie nehmen von Firmen Geld und preisen dafür von Mode über Urlaubsreisen bis Kosmetik deren Produkte an, wie wenn es ihre unbeeinflusste persönliche Meinung wäre, und verschweigen meist das dafür geflossene Geld. So weit so schlecht und verlogen. Noch verlogener aber ist der ORF, wenn er sich darüber erregt – aber gleichzeitig selber in großem Umfang praktisch dasselbe betreibt.

Das tut er nämlich durch die sogenannten "Produkt-Platzierungen". Hier werden in Sendungen gegen Geld ganz gezielt Produkte genannt oder auffällig verwendet, die von den jeweiligen Herstellern solcherart promotet werden. Da wird keineswegs zufällig ein Getränk der Marke X und nicht ein solches der Marke Y getrunken. Da werden bestimmte Veranstaltungen genannt und andere nicht. Da werden bestimmte Kleidungsstücke getragen und andere nicht.

Das ist im Grund genau dasselbe, was die Youtube-Influencer tun. Das wird nicht besser, wenn am Beginn einer einstündigen ORF-Sendung – übrigens oft in präpotenter Befehlsformulierung! – kurz gesagt wird: "Beachten Sie die Produkt-Platzierungen"; oder wenn im Nachspann rasch der Hinweis über den Bildschirm rauscht "Eingekleidet von …"

Eigentlich müssten alle Sendungen mit entgeltlichen Produkt-Platzierungen zur Gänze in die Werbezeit einberechnet werden (die ja bei öffentlich-rechtlichen Gebührensendern limitiert ist!). Und ebenso dürften korrekte journalistische Berichte nicht kritische Beiträge über Influencer bringen, ohne auch auf die ganz ähnlichen eigenen Praktiken einzugehen.

Damit kein Missverständnis entsteht: Auch bei Printmedien gibt es unsaubere Praktiken, wo Geld von der werbenden Wirtschaft für Berichterstattung fließt. Das geht über den Umweg von Inseraten (an die Verlage) oder auch direkt (an die betreffenden Journalisten – meist über aufwendige Sachleistungen). Letztlich ist es immer eindeutiger Betrug am Leser, am Hörer, am Seher, wenn Geld oder geldeswerte Dinge dafür fließen, damit sie die Berichterstattung beeinflussen. 

Die echten Sauereien sind jedenfalls nicht die Influencer-Mädchen. Die nehmen nämlich von ihren Anhängern wenigstens kein Geld. Sie gehören vielmehr in die gleiche Kategorie wie Gratiszeitungen, Free-TV, Billa-Prospekt, Facebook oder Twitter. Bei all diesen Medienarten ist jedem Menschen mit minimaler Intelligenz klar: Gratismedien werden nicht aus Nächstenliebe gemacht, sondern nur weil irgendjemand für die Präsentation seiner Produkte in diesen Medien bezahlt.

Die wirklichen Sauereien sind jene Medien, die vom Konsumenten Geld für Gebühren, für Abonnements oder auch den Einzelverkauf am Kiosk nehmen, die aber gleichzeitig – über die unproblematischen, weil klar erkenntlichen Inserate und Werbespots hinaus – auch von jemand anderem noch Geld nehmen.

Dieses Geld ist absolut immer dazu da, um den Konsumenten zu betrügen. Er bekommt nicht oder nicht ausschließlich das, was er glaubt gekauft zu haben: Berichte, Meinungen und Analysen von Journalisten, die sich allein dem Seher, Hörer, Leser verpflichtet fühlen. Diesem werden vielmehr auch Dinge vorgesetzt, für die hintenherum weiteres Geld geflossen ist.

Dieser Betrug führt zu großen Nett-Artikeln über Firmen und Produkte wie über Politiker und Parteien.

Die noch viel größere Sauerei sind jedoch zweifellos die fast 200 Millionen Euro, die aus österreichischen Steuergeldern völlig unkontrolliert, ohne Ausschreibung und total nach dem (parteipolitischen) Willen einzelner Politiker alljährlich an einzelne Medien fließen. Die praktisch immer nur dazu dienen, damit das Medium den betreffenden Politiker und seine Partei lieb hat, damit das Medium in deren Sinne berichtet. Auch der ORF verdient laut den Erhebungen durch das Medientransparenzgesetz viel an solchen unsauber vergebenen Steuergeldern (zusätzlich zu den Gebühren)! 

Fr, 17.08.2018, 13:30 | Die Empörung

Auch auf Youtube poppen Werbeeinblendungen hoch. Werden uns wohl dran gewöhnen müssen. Die Schneeflockengeneration voll mit ADS braucht das und wer über 30 ist, gehört zu keiner Zielgruppe mehr.
Fr, 17.08.2018, 15:39 | boris

Die Empörung: Werbung kann man durch gewisse
Apps unterdrücken.
Do, 16.08.2018, 15:36 | jagoda

kann jemand die Zahl (in Tonnen) des Papiermülls von den Zeitungen "heute und Österreich" ,nennen,
die seit Anbeginn GRATIS entsorgt werden?
Do, 16.08.2018, 16:43 | boris

Hmm,genaue zahl wohl kaum,
aber in Tonnen 3 stellig?
Do, 16.08.2018, 11:56 | Schwarzfink

Machen wir uns nichts vor: Werbung & Produktplatzierungen wird es in d. Medienwelt immer geben (müssen). Das reine, klare Medienprodukt ohne jede Werbung. Der reine neutrale Film als solches usw.
Do, 16.08.2018, 11:59 | Scharzfink

Der "reine Film" für sich ist für die Zuseher schlicht unfinanzierbar. Da müsste die ORF-Gebühr das dreifache ausmachen! Oder man kauft nur Serienmassenware billig aus USA & produziert bei uns nichts.
Do, 16.08.2018, 12:01 | Schwarzfink

Gute qualitätsvolle Krimis mit Top-Schauspielern Top-Regisseuren usw. haben ihren Preis! Damit es finanzierbar & f.d. Zuseher ni. zu teuer wird braucht es Produktplatzierungen!!
Do, 16.08.2018, 12:02 | Schwarzfink

Oder soll bei der Quantität gespart werden? Soll nur mehr zwischen 17Uhr & 1Uhr früh gesendet werden so wie anno 1964? Soll nur pro Woche nur mehr 1 guter & spannender Krimi gesendet werden?
Do, 16.08.2018, 16:42 | @Schwarzfink: Sie sitzen sichtlich im ORF - sollten Sie da nicht

- eher "Rotfink" (oder "Rotfunk") heissen? Und: "Top"-Regisseure und -Schauspieler und das Senden überhaupt sind SOO teuer? WIESO, bitte, schaffen es dann Sender wir "Servus-TV" um einen Bruchteil ??
Fr, 17.08.2018, 17:10 | Die Empörung

Ist sowieso Schmarrn, weil selbst die miesesten Produktionen bekommen auch noch Förderungen aus dem Steuertopf, nicht nur von der GIS.
Di, 21.08.2018, 19:02 | @Schwarzfink

Bei Zeitungen oder Kinofilmen muss ich nichts zahlen, wenn ich sie nicht sehen will. Anders ist es beim ORF, bei dem ich nur für die theoretische Möglichkeit des Empfangs zahlen Muss. Eine Frechheit!!
Do, 16.08.2018, 11:38 | boris

Und auch genau darum habe ich kein TV-empfang
Die Werbung empfinde ich als hochkonzentriert
u.extrem agressiv,ich bin nicht bereit auch nur
1 sekunde Werbung zu schauen.Darum Netflix.
Do, 16.08.2018, 11:42 | boris

fort:Am Briefkasten bei mir steht,,BITTE KEINE WERBUNG" trotzdem finde ich regelmäßig Werbung
drinn,ärgerlich,mittlerweile empfinde ich jeder
Art von Werbung als aufdringlich.
Do, 16.08.2018, 11:45 | boris

fort:Radio hab ich mittlerweile auch abgeschafft
Brauch ich einfach nicht,hab große CD sammlung.
Do, 16.08.2018, 12:12 | @11:38

LOL! Sprach's und betrieb Influencing! Ich hau mich weg! Kann man besser entlarven, wie rechte Recken ticken?
Do, 16.08.2018, 13:00 | jagoda

@11:38
gibts linke Recken,--so vom Typ Gulagaufseher,Tschekist--auch? Können sie mir diese zeigen ? sie scheinen sich dabei auszukennen.
Do, 16.08.2018, 15:49 | @13:00

Die wird es auch geben. Ich kenne jedoch keine von denen, da ich mich in deren Kreisen nicht bewege. Willst du damit andeuten, dass rechte Recken KZ-Aufseher sind oder Gestapo-Leute?
Fr, 17.08.2018, 16:29 | Die Empörung

Das ist eher eine sozialistische Eigenschaft. Wie man zu den Lagern sagt ist wurscht. Und ob das jetzt Stasi, Gestapo oder Mutawwi heißt auch. Ist immer eine sozialistische Ideologie dahinter.
Sa, 18.08.2018, 13:14 | @16:29

Schon klar. Besser kann man nicht ausdrücken, zu welchen Ergebnissen ideologisch motivierte Blindheit führt.
Do, 16.08.2018, 11:33 | Schwarzfink

Ich habe damit überhaupt kein Problem! Auch d. Schweizer & Deutschen Öffentl. Rechtlichen machen das: Da fährt im Öff.-Recht.-Krimi der Kommissar mit topschicken Autos v. d. immer gleichen Automarke.
Do, 16.08.2018, 11:35 | Schwarzfink

Wobei diese Autos& Automarke &Logo immer bestens ins Bild gerückt werden. Typ. Produktplatzierung! Die aber gekennzeichnet wird. D. Firma sponsort dafür diese Krimireihe & liefert gute Unterhaltung.
Do, 16.08.2018, 11:36 | Schwarzfink

D. Privatferseh. macht es genau so & auch d. Hollywoodproduzenten machen es genau so: Da werden Markenprodukte im Film präsentiert. Wichtig: Dass d. Publikum gute qualitätsvolle Unterhaltung hat!!!
Do, 16.08.2018, 11:38 | Schwarzfink

Filme & Serienkrimis werden v. Firmen gesponsort, das Produkt & Logo sieht man nur immer Sekundenbruchteile lang. Das ist üblich. Das ist im ORF-Gesetz geregelt.
Do, 16.08.2018, 11:29 | jagoda

stimmt,die ständige Product Platzierung rot grüner Inhalte ist eines der bedeutsamsten Mittel der
Volks-um-erziehung.Diese gibts seit Jahrzehnten,
in Ö. wie in D.
Auch Printmedien machen intensiv mit
Do, 16.08.2018, 11:25 | antr

Das Linda -extrem hat wohl den Beitrag von Herrn Unterberger nicht gelesen. ...oder nicht verstanden. Aber macht ja nix, dafür sind wir ja intellektuell...
Do, 16.08.2018, 12:11 | @11:25

Sowohl gelesen, als auch verstanden und als das erkannt, was es ist: das übliche Herziehen über den ORF, nur um Stimmung zu machen.
Fr, 17.08.2018, 14:15 | Also doch nicht kapiert.

^|^
Di, 21.08.2018, 19:05 | @Linda

Wenn ich für etwas zahlen muss, das ich nicht in Anspruch nehme, ist es eine Zumutung. Besser wäre es, die Gebühren nur für tatsächlich konsumierte Inhalte zu zahlen. Ist in anderen Branchen üblich.
Do, 16.08.2018, 11:19 | @Andreas Unterberger

Mal genau hinhören: Beim Radio Wien beispielsweise gibt es am Ende jeder Stunde mit solchen Produktplatzierungen: "Diese Sendung enthielt Produktplatzierungen".
Do, 16.08.2018, 22:10 | Das ist mysteriös, weil in diesen Schlagersendungen gar keine...

..Reklame gemacht wird, keine Werbung. Ich vermute schon lange, DASS SICH DER ORF FÜR DAS ABSPIELEN DER SCHLAGER VON DEN JEWEILIGEN PLATTENFIRMEN BEZAHLEN LÄSST !!!! Wenn das so wäre, wär's skandalös!
Fr, 17.08.2018, 16:18 | @22:10

LOL. Da weiß einer nicht, dass Radio Wien keineswegs nur "Schlager" spielt und auch nicht, was eine Produktplatzierung ist :-)



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