ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Rubriken

Archiv

Simon Kräuter (Personal: Fr, 11.09.2020, 15:44)
GIS-finanzierte Buchbewerbung von ORF-Mitarbeitern

Halten Sie es für moralisch in Ordnung, Ressourcen Ihres Arbeitgebers für Ihre eigenen, privaten Zwecke zu nutzen? Oder für private Zwecke Ihrer Bekannten? Halten Sie dies auch für rechtlich in Ordnung?

Anscheinend gibt es innerhalb der ORF-Mitarbeiter zu diesem Thema divergierende Meinungen, sonst müßte man sich nicht extra ein „Leitbild“  zu diesem Thema erstellen. Darin hält man unter anderem fest: „Persönliche Vorteile durch journalistische Arbeit dürfen auch dem Umfeld des/der Journalist/in nicht erwachsen.“ Sprich: Der ORF-Journalist darf keine Berichterstattung etwa zum finanziellen Vorteil z.B. seiner Bekannten abliefern.

Trotzdem verwenden ORF-Redakteure immer wiederkehrend das ihnen zur Verfügung gestellte Budget – also die von uns allen bezahlten Medienzugangsgebühren –, um damit Buchveröffentlichungen ihrer ORF-Kollegen breitesten Raum auf allen Kanälen des Staatsfunks einzuräumen. Und dies in einer Regelmäßigkeit, die geradezu an ein ungeschriebenes Gesetz unter den ORF-Mitarbeitern denken läßt: „Wenn mein ORF-Kollege ein Buch schreibt, habe ich das in meiner Sendung zu präsentiern.“

  1. Da werden munter Unterhaltungssendungen (z.B. Sterman und Grissemann) zu Buchpräsentationen umfunktioniert, die von uns allen gebührenfinanzierten Weltnachrichten in TV und Radio müssen herhalten, um über Buchveröffentlichung durch einen ORF-Mann zu berichten.
  2. Auf orf.at schafft es zum Beispiel das jüngste Werk der Autorin Melisa Erkurt (ORF – erraten!) sogar in die Topmeldungen – und bleibt dort tagelang stehen. ORF-Redakteur Simon Hadler beurteilt das Buch seiner Arbeitskollegin unter anderem wie folgt: „Ein überaus packender Pageturner.“, „Die 180 Seiten sind rasch gelesen, man will das Buch kaum weglegen.“, „Es sollte Pflichtlektüre sein für (...)“, „Erkurt und dem Zsolny-Verlag ist ein programmierter Bestseller gelungen.“. Dies wie gesagt im Nachrichten-, nicht im Anzeigenteil von orf.at. Wenn das keine Kaufempfehlung ist!
  3. Wer jetzt an einen Einzelfall glaubt, ist entweder naiv oder kein regelmäßiger ORF-Leser/-Seher/-Hörer. Hier eine kleine Auswahl der medialen ORF-Feuerwerke für Bücher von ORF-Mitarbeitern in der jüngeren Vergangenheit: „Wirklich wahr“ von Simon Hadler (ORF) wird präsentiert auf fm4, Ö1, Ö3, im „Kulturmontag“ und – kurz vor Weihnachten – unter den „Büchern für den Gabentisch“ – damit also gleich mit Kaufempfehlung – auf orf.at. Simon Hadler wiederum hilft wie geschildert der Auflage und dem Umsatz des Buches seiner Kollegin Melisa Erkurt "Generation haram".
  4. Barbara Stöckls (ORF) Buch „Was wirklich zählt“ hielten Ö1, Radio Steiermark und die Spaßmacher Stermann und Grissemann in ihrer Sendung „Willkommen Österreich“ für eine Weltsensation und berichteten ausführlich drüber. Das wird wohl auch dem Verkauf des Buches nicht geschadet haben. Eine Buchpräsentation in Willkommen Österreich – die Umsatzsteigerung würde man sich als ORF-fremder Autor wohl vergeblich wünschen! 
  5. Aber auch Frau Stöckl ist gesprächsbereit, wenn ihre publizierenden ORF-Kollegen gerne ihre Bücher im TV präsentiert haben wollen: Tarek Leitner (ORF) etwa durfte sein „Hilde & Gretl“ bei „Stöckl“ lang und breit vorstellen.-
  6. Auch Lou Lorenz-Dittlbacher (ORF) konnte ihr Monumentalwerk „Der Preis der Macht“ auf „Stöckl“ ausgiebig und gebührenfinanziert präsentieren.
  7. Klar, was Frau Stöckl ihrer Kollegin Birgit Fenderl (ORF/“Die Mutter die ich sein wollte. Die Tochter die ich bin.“) gewährt, kann sie Frau Lorenz-Dittlbacher schwer abschlagen.
  8. Nochmal Willkommen Österreich, Stermann und Grissemann: Ein todsicherer Tip für Sie, falls Sie ORF-Mitarbeiter sind und planen, ein Buch zu schreiben und dafür Medienpräsenz wollen: Die Bücher von Tarek Leitner, Wolfram Pirchner, Claudia Reiterer, Mathilde Schwabeneder und Susanne Schnabl (alle ORF bzw. ex-ORF) wurden dort ausgiebig und gebührenfinanziert besprochen.

Die Reihe ließe sich noch beliebig fortsetzen, hätte man die Nerven und die Geduld, sich länger den Kanälen des ORF zu widmen. Jedenfalls vergeht keine Bucherscheinung eines ORF-Mitarbeiters. ohne daß ihm nicht sofort alle Redaktionskollegen zur Seite springen und ihm – ganz kollegial und solidarisch – gebührenfinanzierte Radio- und TV-Minuten zur ausgiebigen Präsentation des jeweiligen Werks in den von ihnen gestalteten Sendungen zur Verfügung stellten.

Es drängt sich die Frage auf: Profitieren ORF-Redakteure persönlich finanziell von diesem Geschäftsmodell, indem sie sich gegenseitig gebührenfinanzierte Buchpräsenz gewähren? Diese Frage habe ich an den ORF gerichtet. Nach aller Erfahrung profitiert ein Autor von hohen Verkaufszahlen seiner Bücher.

Dennoch und naiv gedacht gibt es zumindest die theoretische Möglichkeit, dass die Heiligen aus den ORF-Redaktionen die Erlöse aus ihren jeweiligen Erscheinungen guten Zwecken spenden. Bevor man nämlich die Behauptung aufstellt: „Privat publizierende ORF-Mitarbeiter profitieren persönlich finanziell von gebührenfinanzierten Buchpräsentationen“ (das behaupte ich ausdrücklich nicht!), muß man zumindest auch diese, wenn auch sehr theoretische, Möglichkeit ausschließen können.

Um also herauszufinden, ob meine Gebühren nicht auf dem nun ausführlich beschriebenen Umweg die Privatkonten von ORF-Mitarbeitern füllen, habe ich eine Anfrage an den ORF-Kundenservice gerichtet: Man möge mir doch bitte versichern, daß niemand privat aus der regelmäßigen gebührenfinanzierten Buchpräsentation profitiert.

Diese Anfrage datiert vom 19.8. Am 21.8. wurde mir mitgeteilt, die Anfrage würde vom Kundendienst an die „zuständige Stelle“ weitergeleitet. Da auch am 28.8. noch niemand antworten konnte, fragte ich nochmals nach und bekam die Antwort, man hätte die Anfrage nun wieder weitergeleitet. Auch bis zum 3.9. konnte oder wollte niemand diese einfache Frage beantworten, worauf ich sie ein drittes Mal gestellt habe.

Drei Wochen Schweigen also auf die lächerlich einfache Frage: "Profitiert da jemand privat?". oder in ausführlicher Form: "„Können Sie einen persönlichen finanziellen Profit von ORF-Mitarbeitern durch die auffallend intensive, vermutlich verkaufszahlensteigernde und gebührenfinanzierte Thematisierung von Büchern, die ORF-Mitarbeiter publizieren, in den Formaten von ORF-Fernsehen, -Radio und -Internet, welche von ORF-Mitarbeitern gestaltet werden, ausschließen?“

Endlich traf eine "Antwort" vom ORF ein: Man könne über persönlich Einkünfte seiner Mitarbeiter keine Auskunft geben.

„Meine Gebühren zahlen sich aus“ wirbt man neuerdings. Fragt sich nur: Für wen?

So, 13.09.2020, 07:54 | njr

Der Lou hat man sogar einen Werbespot zur Primetime produziert und ausgestrahlt...Kosten? Egal, zahlt eh der Gis-Depp....
So, 13.09.2020, 08:11 | Freier Mensch

Jaja,wie Alles,was RotGrünLinke beherrschen,es wird als persönliches Eigentum(nicht Volkseigentum) betrachtet u.ist somit dem kriminellen Zugriff geöffnet.Alles,was diese Clique anfasst, ist illegal !
Sa, 12.09.2020, 19:27 | Die Empörung

Man darf schon die Frage stellen, wenn Straches Potenzmittel von der Partei bezahlt wurden und das ein Steuervorteil ist, wieso dann nicht auch diese Gratiswerbung?
Sa, 12.09.2020, 22:14 | Was hat die FPÖ und Strache mit der Journaille vom ORF zu tun?

Bei manchen Kommentaren kann man nur den Kopf schütteln. Erstens ist es eine GIS-bezahlte Werbung für die Bücher der Journaille und der Vergleich läßt jede Frage offen.
So, 13.09.2020, 08:20 | @Die Empörung

Hast wohl vergessen, dass der kriminelle Ex-Leibwächter von STrache und eine Ex-Parteisekretärin mit Straches Rechnungen die Parteikasse betrogen haben?

Schlechtes Gedächtnis oder so dumm geboren?
So, 13.09.2020, 10:13 | Eine Zeit lang wurden solche Fragestellungen mit der ..

Bezeichnung "Wahtaboutism" bezeichnet. Was hat das eine mit dem anderen zu tun, wie kann man Birnen mit Äpfeln vergleichen? Aber so sind die ORF-Gläubigen, was der ORF an "Wahrheit" bring ist heilig.
So, 13.09.2020, 15:33 | Die Empörung

Jetzt haben wir uns alle gemeinsam abgeregt und jetzt die Antwort auf die Frage?
Sa, 12.09.2020, 17:55 | kamamur

Eine widerwärtige,steuergeldbezahlte Günstlingsfirma. Aber wo ist/war die Leistung?
Sa, 12.09.2020, 16:04 | Wer Firmeneigentum missbraucht ist ein Krimineller

Beim ORF hat das aber System. Somit ist der ORF eine berufskriminelle Organisation und Herr Wrabetz ist "der Pate" von Berufskriminellen!
Sa, 12.09.2020, 14:40 | astuga

Jeder Systemgünstling glaubt irgendwann, dass die jeweilige Institution/Organisation nur aus dem Grund existiert damit seinesgleichen gut versorgt ist.
Ab dann ersetzt auch Inszenierung echte Arbeit.
Sa, 12.09.2020, 13:44 | Der ORF agiert wie ein lebender, riesengroßer STINKEFINGER

Wenn man was wissen will (siehe oben - die Frage war doch wirklich erstens berechtigt und zweitens nicht unanständig) antworten die genau so, wie ein richtiger Stinkefinger. Kannst mi moscherln.
Sa, 12.09.2020, 13:17 | axel01

Erinnere mich an ein v. Handler präsentiertes "Zahlen"-Buch. Es sei lächerlich, Terrorangst zu haben, 30000 Toten weltweit stünden zig Millionen an Herz- u. Krebstoten gegenüber, hieß es darin.
Sa, 12.09.2020, 14:33 | Stinkt der Fisch vom Kopf?

3.000 Terroropfer sind also lächerlich..., aber 71 tote Illegale im LKW (die sich selbst in Gefahr gebracht haben) sind unsere Schuld und eine humanitäre Katastrophe?
Sa, 12.09.2020, 12:29 | Laurin

Die kleinen Schweinchen drängen sich halt am Futtertrog. Aber keine Angst, die Rezession kommt schnell und viele Verlage werden nicht überleben. Die Bücher der Genannten kommen in die Restekiste ...
Sa, 12.09.2020, 11:19 | Nativ

Wegen kriminell widerrechtlicher Verwendung der Zwangsgebühren die Zahlungen einstellen. Wenn die Mehrheit diesem Prinzip folgt, wird sich etwas ändern.
Sa, 12.09.2020, 10:58 | Gibt es doch noch eine "Rechtssprechung" in BRD?

Bonner Ex-Bürgermeisterin zur Schadenswiedergutmachung von 1Mio. verurteilt-es kommt endlich die Haftung für Politiker. Claudia Roth (Bundestagsvorsitzende) zeigt bei Rede Seehofer*s Daumen hinunter??
Sa, 12.09.2020, 11:05 | Man fasst es nicht was in diesem Land passiert..

.. die Vorsitzende im Bundestag zeigt ihre Meinung zu einer Rede eines Abgeordneten und Minister und wird nicht sofort ihres Amtes enthoben. Auch bei uns verhält sich Sobotka nicht viel besser.
Sa, 12.09.2020, 11:09 | Linksversiffte sind Doppelmoralisten!

Es gibt kein asoziales, kein verbrecherisches Verhalten, welches sie selbst begehen, aber bei anderen kritisieren. Die heutigen Linken sind die Nazis von gestern!
Sa, 12.09.2020, 12:33 | Frundsberg

Die BRD ist verloren, schafft sich ab, wird zum "failed state" und dann zum "shithole-state". Man kann fähigen jungen Deutschen nur zur Auswanderung raten. 20 Jahre später sind auch wir dran ...
Sa, 12.09.2020, 22:59 | boris

12:33,Uiiii,20 Jahre später??? Sie optimist.:-))))))
Sa, 12.09.2020, 10:24 | Das mit dem "Weiterleiten an die zuständige Stelle"

ist ein stadnarisiertes mail, das kommt auf jedes Schreiben an den Kundendienst. Wenn es individuell wäre, könnte dort stehen, an welche Stelle, da würde man dann nachfragen können, aber das verhinde
Sa, 12.09.2020, 09:56 | Leider wurden ORF-Reform-Pläne von Türkis/Blau nicht umgesetzt.

Da hat Wolf um seinen Posten zu jammern begonnen, die Journaillen wissen genau, daß niemand sonst sie nehmen würde. Sie haben es sich bequem gemacht u. tun, was ihnen paßt. Wo bleibt Steger-Protest?
Sa, 12.09.2020, 11:13 | Nativ

Habe schon einmal zu Steger meine Überzeugung kund getan. Er ist Gaga und seinem Alter entsprechend liegt er nur mehr in seinem Faulbettchen. Aber Töchterchen hat er versorgt.
Sa, 12.09.2020, 22:17 | Aber vor seiner Berufung in den Stiftungsrat hatte er ...

eine riesengroße Klappe, kündigte große Veränderungen an. Keine Ankündigung hat er gehalten, sobald er ernannt war. Seither große Funkstille (od. ist er schon tot?). Eine Schande für die FPÖ.
Sa, 12.09.2020, 09:22 | Danke für diesen erhellenden Artikel, aber das ist nicht nur ..

..bei ORF-Mitarbeitern so, sondern auch bei vielen Autoren die dem ORF-Gedankengut nahe stehen. Diese bekommen dann auch schon einmal ein Interview in der ZiB oder diversen Journalen in Radio und TV.
Sa, 12.09.2020, 09:18 | Öst. Patriot

Ja Herr Kräuter, nicht zu vergessen die PR-Beiträge für linke FreunderlInnen zu Auftritten, Events etct. Der linke Verbrecher-Funk maximiert auf unsere Kosten die Einkünfte aller Linksrabiaten in AUT.
Sa, 12.09.2020, 09:13 | Zwangsbebührenzahler

Wieder eine Unglaublichkeit, die man als aufmerksamer Beobachter unterschwellig vermutet, aber nicht klar gesehen hat. Danke für den Bericht!
Sa, 12.09.2020, 08:17 | Mie-Tze

ORF-ler m/w/d leben in ihrem geistigen Mikrokosmos - jedes Ereignis wird diesem engen Geisteshorizont angepasst und nach außen als einzig zulässige Wahrheit kommuniziert - erbärmlich und gefährlich
Sa, 12.09.2020, 07:42 | GHA

Für mich steht schon lange fest, Bücher die von ORF-Mitarbeitern geschrieben oder beworben werden nicht zu kaufen.
Sa, 12.09.2020, 06:56 | Freier Mensch

Genialer Beitrag!Eigentlich wäre es jetzt an uns,Geld zu sammeln u.einen Anwalt mit einer Klage geg.ORF u.diverse MitarbeiterInnen zu beauftragen.In dieser kriminellen Machart war mir d.bisher unkar!l



Ich will die Datenschutzerklärung lesen.

Kommentar senden