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Kurt Ceipek (oe1 Do, 25.02.2016, 18:25)
Journal-Panorama

Mit der Glaubwürdigkeit der Medien befasste sich das Journal-Panorama von Ö1. Das war mutig. Ein wenig versuchte Stefan Kappacher als Gestalter der Sendung das zu einem vor allem deutschen Thema zu machen. Wohl auch in der Hoffnung auf die Vergesslichkeit der ORF-Zuhörer und -Zuseher.

Bei manchen Statements musste man sich fragen, ob die Interviewten wirklich glauben, was sie da erzählen. Den schwersten Schlag erlitten viele Medien nach der unfassbaren Silvesternacht in Köln. Das ZDF geriet damals in ein wahres Trommelfeuer an wütender Kritik, weil es versucht hatte, die Ausschreitungen unter den Teppich zu kehren. Das ZDF musste sich letztlich für sein Fehlverhalten sogar öffentlich entschuldigen.

Kappacher befragte dazu den Chefredakteur der Zeit im Bild, Fritz Dittlbacher, der dazu im Brustton der Überzeugung meinte, seine Redaktion habe rechtzeitig das Richtige getan. Wörtlich sagte er: „Am Dienstag haben wir uns in der Redaktion bereits intensiv damit auseinandergesetzt, wie gehen wir mit der Situation um, die bei so vielen Menschen archaische Ängste auslöst. Wir haben gewusst, das wird eine ganz große Geschichte und wir müssen damit so umgehen, dass bei den Leuten das gute Gefühl entsteht, wir verschweigen nichts.“

Dittlbacher sagte: „Schon am Dienstag.“

Zur Erinnerung: Silvester war am Donnerstag. Und „schon am Dienstag“ hat man sich in der ORF-Redaktion damit auseinandergesetzt? Der genannte Dienstag war der 5. Jänner, also fünf Tage nach der Kölner Skandalnacht und soziale Medien quollen seit Tagen förmlich über vor durchaus glaubwürdigen Berichten über das, was da passiert war. Aber erst in der Mittags-ZiB des 5. Jänner rang sich der ORF erstmals zu der zaghaften Meldung durch: „Wie jetzt bekannt wurde, soll es in Köln in der Silvesternacht zahlreiche Übergriffe, auch sexuelle, auf Frauen gegeben haben.“

Entschuldigt hat sich der ORF dafür nie. Im Gegenteil: Dittlbacher scheint auch noch stolz zu sein. Dittlbacher war übrigens einer jener Journalisten, die vom SPÖ-Zentralorgan Arbeiterzeitung in den ORF gewechselt waren, dem man also eine kritische Haltung gegenüber der SP nicht unterstellen kann. Das färbt auf die gesamte Redaktion ab.

Aber immerhin ließ der ORF in diesem entlarvenden Journal-Panorama auch Kritik zu. Andreas Koller von den Salzburger Nachrichten meinte, erst nach der Horrornacht von Köln seien die meisten Medien zur Überzeugung gelangt, dass man darüber berichten müsse, wenn Asylbewerber etwas anstellen. Davor habe es in Medien eine Verschweigekultur gegeben. „Wenn ein Tiroler oder ein Steirer seine Frau verprügelt, dann steht in der Zeitung, ein Tiroler oder ein Steirer hat seine Frau verprügelt.“ Wenn ein Araber oder ein Afrikaner seine Frau verprügelt habe sei in der Zeitung gestanden: „Mann verprügelte seine Frau.“

Dass der ORF ein Vorreiter der Verschweigekultur war (und wahrscheinlich auch noch ist), scheint Moderator Kappacher offensichtlich nicht bewusst zu sein. Und das dürfte für den weitaus größten Teil der Nachrichtenredaktion des ORF gelten. Deshalb kann man sich als ORF-Seher und Hörer so oft nicht des Eindrucks erwehren, dass in diesen Redaktionen nicht gesundes Selbstbewusstsein, sondern lediglich Selbstgefälligkeit regiert.

So, 28.02.2016, 01:19 | hirnlos

Diese dummen Weiber in Köln und anderswo haben "ARCHAISCHE ÄNGSTE", nur weil ein paar Afrikaner sie belästigeen oder vergewaltigen wollen. Sollen doch zu Hause bleiben, dann passiert ihnen nichts.
Sa, 27.02.2016, 19:22 | Leopold Franz

Verschweigekultur, Lügenkultur, Raubkultur, Kulturimport, Ende unserer Kultur
Sa, 27.02.2016, 15:48 | Ländle-Denker

Wenn es Lüge ist, nicht zu melden was man weiß, obwohl man es für wichtig hält, dann gehört man zur Lügenpresse, odr?
Sa, 27.02.2016, 01:55 | Rot-Grün-Beutel

Herr Dittlbacher hat schon nach fünf Tagen durchschaut, dass das „eine ganz große Geschichte wird“. Der ist wirklich ein journalistisches Genie. So schnell durchschaun dass so etwas die Leute aufregt.
Sa, 27.02.2016, 01:56 | Rot-Grün-Beutel

Der musste ganz einfach ZiB-Chefredakteur werden. Wer wenn nicht er?
Fr, 26.02.2016, 18:44 | gerard

"Schon am Dienstag" - das nenn ich die Chutzpe des Jahres. Der ORF ist und bleibt ein Vorreiter der Verschweigekultur (die übrigens eine Contradictio in adjecto ist - Verlogenheit ist kulturlos).
Fr, 26.02.2016, 15:57 | Parteimedienkonsument

Wenn ich ÖR in D und AT vergleiche, fällt mir auf, dass Themen in D etwas deutlicher angesprochen werden werden, wenngleich auch dort in den letzten Monaten der politische Einfluss stärker erscheint.
Fr, 26.02.2016, 14:44 | Meinrad von Stams

Bin froh, wenn ich keine österreichische Zeitung mehr lese. Und den ORF meide ich, wie der Teufel das Weihwasser. Ich lass mich doch nicht mehr von der Journaille anlügen und zahle ihnen Abo-Gebühren.
Fr, 26.02.2016, 13:56 | Günter Pollak

Der Vorfall im Theresienbad (hat in Ö Glaubwürdigkeit der Medien mindestens so zerstört, wie Köln in D) wurde überhaupt nicht erwähnt.
Verlieh "Wäre uns Köln passiert ..." am Ende besondere Würze!
Fr, 26.02.2016, 11:28 | RB

Genau. Die Überlegung, was dem Volke an Information zumutbar ist und was nicht, ist völlig infam.
Fr, 26.02.2016, 12:49 | Baum

In Wahrheit will man nicht das Volk schonen, sondern blöd sterben lassen. Es geht darum, der eigenen Partei zu nützen - in diesem Fall der SPÖ.
Fr, 26.02.2016, 15:23 | wienerhans

genau - und solche macht "das volk zu bevormunden" ist eine sehr starke menschenrechtsverletzung - noch dazu offen zugegeben - und keiner klagt an :(
Fr, 26.02.2016, 10:08 | Andreas Lindner

Alleine die Aussage, es würden "archaische Ängste" bei den Menschen ausgelöst - zur Erinnerung, es geht um die ausufernde Ausländer-Kriminalität - ist eine Unverschämtheit und Beleidigung für...
Fr, 26.02.2016, 10:12 | Andreas Lindner

JEDEN verantwortungsvollen Bürger dieses Landes. U. mehr als, dass d. Bürger 'Angst' hätten, fällt d.Linken zu diesem ganzen Komplex offenbar nicht mehr ein. Wie ein Kind, dass sich die Augen zuhält..
Fr, 26.02.2016, 09:16 | vom Berg

Kappacher vom Klagenfurter Renner-Institut und Dittlbacher stehen beide für zügellose Parteinahme im Rotfunk - beide Parteischoßhunde im Lügenäther der Manipulation.
Fr, 26.02.2016, 08:51 | Tirolermann

Hoffentlich bekommt Chefredakteur Dittlbacher diese Kritik auch zu lesen. "Schon nach fünf Tagen" mit dem Nachdenken zu beginnen und darauf stolz zu sein ist doch ein schlechter Witz.
Fr, 26.02.2016, 08:43 | Herwig Mankovsky

Ich finde, diese Sendung war überraschend ausgewogen gestaltet, sieht man von einem ORF-Pflichtangriff, zeitlich weit überdehnt, auf Strache ab.
Fr, 26.02.2016, 02:35 | wienerhans

weil so selbst oft genug in der "karriere" gehandhabt ? es glauben da ein paar "möchtegernpäpste" der "konsumentenwelt" den weg vorgeben zu müssen. präpotenz pur :(
Fr, 26.02.2016, 02:28 | wienerhans

der wahre skandal ist ja, dass sich jemand anmasst "wie gehen wir mit der Situation um" auch nur anzudenken ! das hat dem ehemaligen "pressechef" anscheinend zuwenig aufgestossen, ... >



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