ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Andreas Unterberger (ORF2 Mo, 08.08.2016, 19:30)
Zeit im Bild

Die ZiB berichtet über die Generaldirektorswahl zwischen zwei Kopf an Kopf liegenden Kandidaten. Die Redaktion bemüht sich um Neutralität und Ausgewogenheit - was sie ja sonst nie tut. Aber man weiß ja nie, wer gewinnt. Es könnte ja der Falsche sein. Wenns ums eigene Haus geht, dann können sie also plötzlich doch objektiv sein.

So weit, so gut. Aber dann fällt doch ein entlarvender Satz. Er ist nicht etwa deshalb entlarvend, weil er Präferenzen für einen der beiden Kandidaten zeigen würde, aber er enthüllt die ganze weltfremde Hybris des ORF. Denn da wurde behauptet: Der Stiftungsrat repräsentiere "die Bevölkerung in ihrem Wahlverhalten".

Einen Schmarrn tut er. Gegen diese Fiktion spricht nicht nur die skandalöse Teilnahme der Betriebsräte an einer solchen Chef-Wahl, was in einem Medienbetrieb, der ja eigentlich allen Österreichern gehört, völlig absurd ist. Aber genau mit den Stimmen dieser Betriebsräten spekuliert der amtierende General, wenn er als Wahlslogan vom "Wir-Gefühl" der ORF-Mannschaft spricht, das er stärken wolle.

Wir lernen: Es geht nur um die ORF-ler. Ihnen gehört der Sender. Die anderen Österreicher haben nur eine Form der Mitsprache: Sie sollen zahlen, zahlen, zahlen. Die Wrabetz-Ankündigung ist also die glatte Anoncierung, dass der ORF noch mehr ein "Wir-Gefühl"-Selbstbedienungsladen werden soll.

Noch absurder ist die ZiB-Behauptung von der "Repräsentativität" des Stiftungsrats, wenn man bedenkt, dass Schwarz und Rot de facto mehr als 90 Prozent der Sitze im Stiftungsrat kontrollieren. Dabei haben sie bei der letzten Wahl nur noch 52 Prozent erhalten. Dabei liegen sie bei allen Umfragen heute noch weit darunter. Dabei beträgt bei Einbeziehung des Wahlverhaltens auch der Nichtwähler die Unterstützung für Rot und Schwarz überhaupt nur noch rund ein Drittel. Zusammen.

Eigentlich sollten Parteien überhaupt nichts in einem Medienbetrieb verloren haben. Ein Medium kann nur gut sein, wenn es von den Parteien unabhängig ist! Aber das kümmert den ORF doch nicht. Man will gar nicht gut sein, man will sich mit den Parteien arrangieren, damit man selber weiterhin seine eigenen Privilegien genießen kann.

Und damit man selber seine Macht ständig ausbreiten kann. Dies hat nun Alexander Wrabetz ungeschminkt angekündigt: Er will - mit Hilfe der Zwangsgebühren! - für den ORF auch die "Sozialen Medien" erobern. Obwohl er dazu keinerlei gesetzlichen Auftrag hat. Obwohl es keinerlei Bedürfnis oder Notwendigkeit gibt, die - ohnedies blühenden - Internet-Medien durch den ORF zu bereichern.

Wären die Stiftungsräte auch nur in irgendeiner Hinsicht Repräsentanten der Bevölkerung, dann dürfte Wrabetz schon wegen dieser ungeheuerlichen Ankündigung (und natürlich seit langem schon wegen der Verwandlung des ORF in ein einseitiges Ideologie-Medium) keine einzige Stimme bekommen. Aber die Stiftungsräte vertreten eben nur die Parteien, nicht die Bürger.

PS: Wenn es schon einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit Zwangsgebühren gibt (was die Mehrheit der Österreicher längst für überflüssig ansieht), dann wäre das entscheidende Machtgremium zehnmal repräsentativer, würde es nicht von Parteien bestellt, sondern etwa durch ein Lossystem, wie es im jüngsten "Spiegel" sehr eindruchsvoll vorgestellt worden ist, oder durch eine Wahl aller Gebührenzahler.

PPS: Und jedenfalls rückt dieser skurrile ZiB-Satz den Skandal in Erinnerung, wie die beiden Parteien mit Hilfe des Verfassungsgerichtshofs die kleine, aber bisweilen doch bedeutsame Mitbestimmung der Gebührenzahler bei der Bestellung des Publikumsrats eiskalt abgedreht haben.

Mi, 10.08.2016, 17:54 | Segestes

Ob im ORF nun die Parteien mitreden oder nicht, die Mehrheit der Journalisten steht weit links der Mitte - die Schlagseite würde sich also so oder so nicht ändern. tinyurl.com/zavuqjd
Mi, 10.08.2016, 10:29 | wernmannfayer

Der ORF-Stiftungsrat ist nichts anders als der Selbstbdienungsladen der SPÖVP/Grünen und hat mit Sicherheit nicht das Geringste mit Wahlverhalten zu tun. Sperrt diesen Drecksender endlich zu!
Mi, 10.08.2016, 10:53 | wernmannfayer

Wer am Sonntag das Derby im ORF gesehen hat, der konnte sich davon überzeugen welch inkomp. Flaschen der ORF durchfüttert. Fakt ist, dass dieser König noch nie zuvor ein Fußballspiel gesehen hat.
Di, 09.08.2016, 22:11 | Andreas Maier

Ich frage mich wirklich, warum nicht einmal eine Demonstration stattfindet...
Di, 09.08.2016, 21:08 | Mayerhansi

Notwehrmaßnahme: Massen-Abmeldung, eidesstattliche Erklärung des Nichtkonsumes von ORF-Sendern (da Empfangsdeaktivierung praktisch unmöglich) u. 1xZahlung für rechtliche Durchsetzung an Organisator
Di, 09.08.2016, 21:39 | dabaua

Wann und wo kann man an die Organisation überweisen?
Mi, 10.08.2016, 09:25 | Ich möchte auch ORF-los fernsehen!

Gäbe es nur einen Kabelanbieter, der alle Sender MIT AUSNAHME DES ORF anbietet - ich wäre sofort Kunde bei dem!
Frage nicht, was de Padää täte (tut?), um so einen Anbieter zu verhindern . . .
Di, 09.08.2016, 19:52 | Aug

Parteien sollten nicht, wer sonst? Der SP-Freundeskreis? Die ORF-Angestellten mit der 2/3 LinksDominanz? Parteipolitik hat zwar nichts zu suchen im ORF, aber irreal. dies von Journalisten anzunehmen!
Di, 09.08.2016, 19:25 | Bin weder korrupt noch überbezahlt "wie ihr"!

Der blödblöde Slogan "ORF wie wir" wird langsam bittere Wahrheit: die ORFmenschen glauben wirklich (!), der ORF sei ihr Privateigentum, das sie beliebig politisch verformen können. NEIN, Bagage, NEIN!
Mi, 10.08.2016, 11:01 | wernmannfayer

Es sind eben Herrschaften wie zB Wolf, die den Sehern auch noch stolz eine Einschaltquote von 400.000 für ihre ZIB2, verkünden. Das sind lächerliche 4% der Einwohner die sich den Schas noch geben.
Di, 09.08.2016, 12:17 | w.toni

Es lebt sich sehr fein in der Zwangsgebühren-Wohlfühloase mit astronomisch-anmutenden Phantasiegagen. Wrabetz wird sich wieder eine 10 %ige Gehaltserhöhung gönnen und uns eine 10%ige "Anpassung" !!!!
Di, 09.08.2016, 10:34 | Josef Maierhofer

Überhaupt sollten bei Wahlen nur die Netto-Steuerzahler, beim ORF eben die Netto-Gebührenzahler die Wahl haben, wenn der ORF schon nicht ein Privatsender ist.
Di, 09.08.2016, 10:00 | Freier Mensch

Ich mag den ORF nicht mehr !!! Und das seit 40 Jahren ca. !!! Gibts ein Medikament gegen den ORF ???
Di, 09.08.2016, 13:16 | wolfgang

Einfach nicht anschauen! Hilft wirklich!



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