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Kurt Ceipek (ORF1 So, 29.01.2017, 12:55)
Ski: FIS Weltcup Super G der Damen Cortina

Jegliches Feingefühl scheint der Interviewer der Elisabeth Görgl nach deren verunglückten Auftritt im Super-G im italienischen Ski-Eldorado Cortina d’Ampezzo verloren zu haben. Nach unbeschreiblichen Trainings-Strapazen ohne die erhofften Erfolge kam die Tocher der legendären und ähnlich erfolgreichen Skirennläuferin Traudl Hecher nach dem Rennen zur durchaus vernünftigen Erkenntnis, dass Spitzensport irgendwann einmal zu Ende geht.

Das gestand sie knapp nach dem verunglückten Rennen dem höchst penetranten ORF-Interviewer und brach dabei in Tränen aus. Doch statt das Interview dezent auslaufen zu lassen und der einstigen Ski-Königin die Gelegenheit zu geben, sich nach der Enttäuschung wieder zu fassen, bohrte der bornierte Interviewer unerbittlich nach: „War das für Sie heute der letzte Auftritt im Weltcup? Werden Sie die Saison noch zu Ende fahren?“

Man spürte als Zuseher und Zuhörer förmlich, wie das ORF-Team den für die großartige Sportlerin vermutlich enorm schmerzlichen Auftritt als journalistische Sensation genoss und die ganz persönliche menschliche Tragödie künstlich in die Länge zog, anstatt sich dezent zurück zu ziehen. Noch besser (und auch fairer) wäre gewesen, das tränenreiche Interview gar nicht zu senden.

Dabei hatte Elisabeth Görgl, die den unzähligen heimischen Ski-Fans in eineinhalb Jahrzehnten schon unzählige beglückende Momente mit großartigen Siegen verschafft hatte, mit durchaus vernünftigen Erkenntnissen aufgewartet. „Man muss einsehen, dass es irgendwann nicht mehr geht“ oder: „Jetzt sind die Jungen dran“.

All das hätte man Elisabeth Görgl in einem gut vorbereiteten Studio-Interview sagen lassen können und auch sollen. Dazu hätte man noch die schönsten ihrer großartigen Erfolge einspielen können und der Sportlerin und den Zuschauern damit vermutlich Freude bereitet. Und man hätte letztlich ihre Leistungen verdientermaßen gebührend gewürdigt.

Mit der Verzweiflung und den Tränen von erfolgreichen Menschen am Ende ihrer Karriere die Zuschauerquote steigern zu wollen, mag Sache der viel geschmähten Boulevard-Medien sein. Eines öffentlich-rechtlichen Senders, der sich noch dazu für ein Qualitäts-Medium hält, war dieser fast fünf Minuten dauernde Beitrag höchst unwürdig.

Der Link zur Sendung:

http://tvthek.orf.at/profile/Ski-alpin-Damen/13886308/Ski-Weltcup-Super-G-der-Damen-in-Cortina/13905178

Di, 31.01.2017, 09:26 | Freier Mensch

Hat denn irgendjemand erwartet,dass dieses linksverkommene,menschenverachtende ORF-Gebilde plötzlich etwas anderes als letzten menschlichen Dreck-Reporter hervorbringt ?Hinterster Letztdreck,linker !!
Di, 31.01.2017, 01:10 | Supersteirer

Dieses Interview war wirklich nur peinlich, aber nicht für Liz Görgl, sondern für den völlig gefühlskalten Interviewer.
Mo, 30.01.2017, 22:38 | Ingrid B.

Es reicht völlig, hier ab u nd zu eine Kritik zu lesen, dann weiss man, wie im ORF der Hase läuft.
Sendungen zu schaun, ist vertane Zeit und solch unnötigen Interviews, das ist nur zum Giften.
Mo, 30.01.2017, 13:57 | Achtfacher Rittberger

Mehr noch als der ORF, gehen mir solche lächerlichen, öffentlich inszenierten Gefühlsausbrüche auf den Wecker. Die Frau als emotionale Heulsuse - Klischee bestätigt!
Mo, 30.01.2017, 13:09 | Anita Habersatter

Feingefühl und Takt ist hier vollkommen abhanden gekommen. Wie ein Elefant im Porzellanladen. Traurig !!
Mo, 30.01.2017, 12:18 | schneeberger

Wer so völlig taktlos interviewt und sich an den Tränen der Interviewten weidet kann nur im ORF einen geschützten Arbeitsplatz haben. Dabei war er noch spürbar stolz auf sein „Enthüllungsinterview“.
Mo, 30.01.2017, 11:25 | Wie kann man nur so mies und gemein sein?

Frau Görgl wird uns als die sympathische Frau und hochklassige Schiläuferin in Erinnerung bleiben, die sie ist / war.
Für den ORF: nur Verachtung. Nichts sonst. Das war eine Gemeinheit von euch!
Mo, 30.01.2017, 09:36 | Spitzmaus

Elisabeth Görgl, eine großartige Sportlerin - sie hat mir als österreichischem Ski-Fan sehr viel Freude bereitet. Danke Elisabeth!
Mo, 30.01.2017, 08:07 | Wunschgedanken

Hoffentlich (!!!) nimmt der ORF AUCH BALD Tränenreich Abschied! Die Seher würden Freudentränen (!!!) vergießen.....
Mo, 30.01.2017, 08:41 | Tränenreich

Dieses Interview war wirklich peinlich und erbärmlich. Zum Fremdschämen.
Mo, 30.01.2017, 01:59 | Sportsfreund

Eigentlich hätte der Interviewer der Frau Görgl dezent ein Papiertaschentuch reichen und dem Kamermann sagen müssen: „Dreh ab dein Kastl“. Aber der hat das endlos ausgewaltz. Miese Sauerei!



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