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Andreas Unterberger (ORF2 Sa, 10.11.2018, 19:30)
Zeit im Bild

Man fasst es nicht: Mehrere Stimmen aus dem Publikum äußern sich vor der Kamera kritisch über die Ausstellung "Hundert Jahre Republik" - und das wird dann auch noch in der ZiB gesendet. Wie kann es denn so etwas geben? Hat man zu wenig lobende Stimmen gefunden? Hat man nicht gewusst, dass über dieser Ausstellung die linken Säulenheiligen Fischer und Rathkolb schweben? Hat da jemand an einem Wochenende nicht aufgepasst? Oder sind da plötzlich gar Funken aus der journalistischen Asche aufgestiegen?

Wer dann auf ORF3 wechselte, konnte beruhigt feststellen: ORF ist doch noch ORF. Das war zumindest bei einem langen Beitrag aus Kärnten zu merken, den man aus dem gleichen Anlass (wieder) abgespielt hat. Da wurde gleich als Einstieg in den Film über den ersten Weltkrieg in Kärnten empört von Bettgehern und von der damalige Reichtumsverteilung gesprochen. Obwohl sich ganz eindeutig die wirtschaftliche wie soziale Lage in den letzten Jahren der Monarchie geradezu dramatisch verbessert hatte, wurde solcherart vom ORF der klare Eindruck vermittelt, dass diese sozialen Fragen zum Weltkrieg geführt hätten.

Christopher Clark mit seinen Schlafwandlern - um nur jenes Buch zu nennen, das ich bisher für das beste von vielen anderen zu diesem Thema gehalten habe - kann einpacken! Die wirklichen Weisheiten sind im ORF zu finden.

Man hörte auch - um nur noch zwei weitere der zahllosen Dummheiten zu nennen - die seltsame Formulierung: "Ruthenen, wie man die Flüchtlinge genannt hat". Die Sendungsmacher sind offenbar ahnungslos, dass in der Monarchie auch lange vor dem Krieg die Bewohner Galiziens immer schon Ruthenen genannt worden waren. Und man bekam auch die noch seltsamere Formulierung zu hören, dass Kriegsgefangene "ausgebeutet" worden seien.

Diese Dummheit des Kärntner Films paarte sich mit erstaunlichen Aussagen österreichischer Spitzenpolitiker zum 100-Jahr-Anlass, wie etwa jenen der Herren Ludwig und Blümel. Da bezeichnete der Wiener Bürgermeister ausgerechnet Viktor Adler als für ihn wichtigsten Mann dieser hundert Jahre. Offenbar muss er klarmachen, wie parteitreu er doch ist. Und da sprach ausgerechnet der für Kultur und den ORF zuständige Minister auf die gleiche Frage von "Leopold Figl, dem Kanzler des Staatsvertrags".

Ist doch wurscht, ob Außenminister oder Bundeskanzler. Was braucht ein Minister im Jahr 2018 schon von der Geschichte zu wissen ...

Der Mann hat nicht nur keine Ahnung von Geschichte. Er hat auch keine Mitarbeiter, die das haben und ihren Chef korrigiert hätten. Und auch im ORF gibt es offenbar niemanden, der einen solchen Unsinn in einer staatstragend gemeinten Sendung verhindern könnte.

Oder wollten sie gar nicht, um den Minister dem Gelächter preiszugeben?

Di, 13.11.2018, 09:35 | astuga

Lesetipp:
"Die blinden Flecken der Geschichte: Österreich 1927-1938", von Gudula Walterskirchen
Di, 13.11.2018, 10:18 | Freier Mensch

Danke f.d.Tipp !! Soeben beim Antaios-Verlag bestellt . Die meisten anderen Verlage habe ich nach den erneuten Vorfällen auf d.Frankfurter Buchmesse meiner persönl.Konsumaskese unterzogen.Schade....
Di, 13.11.2018, 11:00 | astuga

Ja, dort habe ich auch schon des Öfteren Bücher gekauft.
Di, 13.11.2018, 12:34 | astuga

Apropos Kriegsgefangene (lief sogar mal auf ORF III )...
Youtube: "Kriegsbeute Mensch Wie Regierungen ihre Soldaten verraten"
Mo, 12.11.2018, 21:17 | Fischer kann es nicht lassen.

Überall taucht er auf, erklärt, präsentiert Bücher, nimmt sich wichtig. Und der ORF bietet ihm die Bühne. Echt widerlich! Begreift der Mensch nicht, daß jeder froh ist, ihn nicht mehr sehen zu müssen
Di, 13.11.2018, 06:45 | Vielleicht kann er...

..nicht mehr so oft und so gut aufs Klo gehen wie früher. Man sagt,im Parlament war er oft am Klo.Bei Abstimmungen.Da war er oft nicht da.Bei wichtigen Abstimmungssachen.Jetzt ist er oft da.Leider :-)
Di, 13.11.2018, 09:27 | astuga

Da ihm dank Anweisung von Kurzzeitkanzler Kern weiter auf Steuerzahlerkosten Büro, Chauffeur & Co zur Verfügung stehen fällt ihm das leicht.
Di, 13.11.2018, 09:30 | astuga

Ob im Haus d. Republik wohl auch Fischers Prozess wegen Verleumdung des Nazijägers Wiesenthal Erwähnung findet? Oder gar die von der SPÖ jahrzehntelang gedeckten Nazi-Mörder wie Gross (Spiegelgrund).
Di, 13.11.2018, 09:36 | Freier Mensch

Ohje,ohje @astuga: hier betreten Sie aber totales Feindesland,wenn Sie Sozialist.Gestzesverfehlungen erwähnen.Das tut man nicht:-)) Ich hab das mal in der WZ probiert(als Abonnent) - und weg war ich!!
So, 11.11.2018, 20:09 | Maria

Auf die Sendungen, die der ORF derzeit sendet, kann ich gerne verzichten (inkl. Fischer, Vranitzky usw.) In "Die Schlafwandler" und auch "1946" sind informativer als die ganzen ORF-Berichte, Talks usw
So, 11.11.2018, 10:32 | kamamur

@Redneck-Waldorfschule/imKreis stehen/ Eurythmie,bekannt als „Namen-Tanzen.-Ähnlich Sesselkreis d.Guten u.Bereden v.Problemen-ähnlich Politik/wenn ich nicht mehr weiterweiß bild ich einen Arbeitskreis
So, 11.11.2018, 09:55 | Mal sehe, wie der Rotfunk hier für seine Propaganda aufbereiten

welt.de/politik/deutschland/article183625538/Christian-Lindner-Grenze-haette-2015-geschlossen-werden-koennen.html

#LeftsAreTheRealNazis
So, 11.11.2018, 09:10 | Die Empörung

Naja, Blümel streift halt auch schon die Generation der Schüler, die in der Schule nur mehr danach benotet wurden, ob und wie sehr sie sich beim Namen tanzen bemühen.
So, 11.11.2018, 09:56 | Redneck72

Was ist "Namen tanzen" ?
So, 11.11.2018, 13:02 | axel01

benotet aber hoffentlich nur verbal - und nicht mit den bösen, bösen Ziffern. Denn die sind nicht aussagekräftig, behauptete zumindest ORF ON diese Woche
So, 11.11.2018, 13:15 | fr

@Redneck72:Namen tanzen ist ein grünenaffines Verhalten,bei dem man z.B.seinen Namen mit Füßen ins Herbstlaub schreibt(tanzt).Ist wie an der Kartoffel riechen,um eine Matheaufgabe zu lösen.Grün = irre
So, 11.11.2018, 08:08 | kamamur

Ach, Blümchen-er hat sich präsentiert, damit hat er schon viel geleistet. Und ob er's richtig macht ist bei dem Gehalt doch wirklich egal.
So, 11.11.2018, 07:03 | Freier Mensch

Danke Hr.Dr.Unterberger f.diesen großartigen Beitrag.Er stellt das exemplarisch dar,was viele bereits vermutet haben:es regiert die Dummheit(Nichtbildung)in ORF u.Politik.Unfassbare Zustände in AUT !
So, 11.11.2018, 07:11 | Freier Mensch

P.S.: im ersten Absatz vermuten Sie den "Funkenanflug journalistischer Asche" , eine großartige ,fast poetische Umschreibung d.vergeblichen Versuches der ORFler,die Gebührenzahler täuschen zu wollen!!



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